Gestern bin ich recht spät aus dem Büro nach Hause gekommen und habe mich etwas lustlos vor den Fernseher gesetzt. Zunächst läuft dieser Fernsehfilm über diesen Contergan-Skandal aus den 50er und 60er des vorigen Jahrhundert. Der erste Teil war jetzt nicht so besonders aber trotzdem ist es eine traurige Geschichte die schon mal die Stimmung drückt.
Gleich darauf folgt eine leichte Entspannung mit Lebens(t)räume, wo Hausbesitzer zeigen dürfen, wie schön ihr Haus doch ist. Die Räume im Erdgeschoss wirkten in dem vorgestellten Haus aber etwas antiseptisch. Hier und da standen ein paar Dekorationsobjekte rum aber ansonsten war mir das alles viel zu aufgeräumt und perfekt arrangiert. Anders sah es im Obergeschoss aus, da war alles schön vollgestopft und man merkte, ja da wohnt wer.
Dann ging es mit der ZIB 2 depressiv weiter. Erstes Hauptthema: Schießerei in finnischer Schule. Auch eine traurige Geschichte. Zweites Hauptthema: Haftentlastungspaket. Es geht dabei darum, das Häftlinge früher auf Bewährung in die Freiheit entlassen werden. Als Studiogast wurde Peter Westenthaler eingeladen, der Chef einer recht „konservativen“ Kleinpartei mit starkem Hang zum Populismus. Wieso die Verantwortlichen beim ORF für die Diskussion ausgerechnet den geholt haben verstehe ich nicht. Herr Westenthaler war hauptsächlich damit beschäftigt sich in seiner populistischen Schlammpfütze zu suhlen und sich laut darüber zu empören, dass das ein Skandal ist und die ganzen Verbrecher eigentlich alle bis zum Rest ihres Lebens eingesperrt gehören. Ich hab schon darauf gewartete, dass er lautstark die Einführung der Todesstrafe fordert, hat er dann aber doch nicht. Eine konstruktive Diskussion über das Für und Wider der früheren Haftentlassung fand nicht statt, da hätte man das Ganze auch gleich lassen können. Ich habe mich jedenfalls unnötigerweise darüber geärgert.
Nach der ZIB gab es eine Dokumentation über die Opfer des Contergan-Skandals. Einerseits war die Sendung traurig, aber andererseits wieder nicht, da die vorgestellten Fälle trotz ihrer körperlichen Einschränkungen offenbar ein erfülltes Leben hatten und noch haben. Schlimm finde ich nur, dass die Herstellerfirma von Contergan nun schon seit 10 Jahren den Opfern keine finanziellen Unterstützungen mehr zukommen lässt.
Zum Abschluss gab es im Vergleich zum vorangegangenen Programm geradezu leichte Unterhaltung. Das qualitativ immer recht hochwertige Weltjournal brachte ein Sendung über das Fernsehprogramm in anderen Ländern. Konkret ging es dabei um Russland, China und Senegal. Neben politischen Verstrickungen der Fernsehsender mit den jeweiligen Regierungen, wurde auch das Unterhaltungsprogramm näher beleuchtet. Hochinteressant, kann ich nur sagen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der eine Clip aus einer russischen Unterhaltungsshow, in der man einer prominenten russischen Schauspielerin einen Streich gespielt hat. Die war nämlich gerade gemütlich einkaufen, während derweilen sich ein russischer Panzer auf ihren nagelneuen BMW geparkt hat. Eigentlich wollte ich den Clip hier verlinken, konnte ihn im Netz aber auf die Schnelle nicht finden.
Posts mit dem Label Gesellschaftspolitisches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gesellschaftspolitisches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, November 08, 2007
Dienstag, Oktober 30, 2007
Eine harte Geschichte
Ein Pärchen verbringt in gemütlicher Atmosphäre seine Flitterwochen, als es unerwartet Besuch von der Polizei bekommt und wer mehr wissen will sollte am Besten gleich die Schilderung der Betroffenen selbst durchlesen:
Flitterwochen durch Polizeieinsatz unterbrochenIch hoffe die Verantwortlichen für diesen Vorfall bekommen für ihre überzogene Paranoia ordentlich was auf die Nase.
Terroristen auf Flitterwoche
Polizeieinsatz in Hamwiede - einige Fragen
Labels:
Gesellschaftspolitisches
Dienstag, Juli 10, 2007
Na? Schreit da jetzt niemand?
Schön zu sehen, dass es in Österreich noch keine populistischen Politiker gibt, die wegen diesem unappetitlichen Vorfalles gleich nach einem Verbot schreien. Aber unsere Politiker sind momentan auch mit „Wichtigerem“ beschäftigt. Ich bin neugierig, ob Beckstein und Co aus Deutschland die Gelegenheit nutzten um mal wieder nach Verboten zu schreien, schließlich wäre das ja ein gefundenes Fressen, obwohl keine Killerspiele involviert sind.
Aber mal im Ernst. Ich bin richtig schockiert darüber, dass die drei Jugendlichen eine solch grausige Tat geplant hatten und sie tatsächlich gewillt waren sie auch durch zu führen.
Aber mal im Ernst. Ich bin richtig schockiert darüber, dass die drei Jugendlichen eine solch grausige Tat geplant hatten und sie tatsächlich gewillt waren sie auch durch zu führen.
Labels:
Gesellschaftspolitisches
Freitag, Mai 04, 2007
Gruselig
Vor Kurzem wurden auf der hiesigen Hauptstraße in unregelmäßigen Abständen eine Reihe von weißen Kreuzen aufgestellt. Im ersten Moment war ich etwas irritiert und fragte mich, welchem Zweck sie wohl dienen mögen, obwohl ich insgeheim schon einen Verdacht hatte. Gestern wurde mein Verdacht in der hiesigen Lokalzeitung bestätigt. Jedes Kreuz markiert eine Stelle, an der ein Mensch auf dieser Straße zu Tode gekommen ist. Für meinen Geschmack sind das einige Kreuze zu viel. An ein paar Stellen (besonders Kurven) stehen oft 4 bis 5 davon. Irgendwie gruselig, mir war nie bewusst, wie viele Leute auf der besagten Strecke schon ihr Leben verloren haben. Einen dieser vielen Toten kannte ich sogar, wenn auch nur flüchtig. Heute musste ich an ihn denken als ich an dem Kreuz vorbei fuhr, das jene Stelle markierte an der er verunglückte.
Labels:
Gesellschaftspolitisches
Donnerstag, April 19, 2007
Grotesk
Gestern habe ich mir mal den „Standard“ gekauft und mir die Artikel zu diesem furchtbaren Massaker an der Vigina Tech Universität durchgelesen. Bei den abgedruckten Aussagen einiger Personen zum Thema Waffenbesitz bin ich ein bisschen ärgerlich geworden. So soll z.B. eine "Margot Andersen" auf einem New York Times-Blog geschrieben haben:
Der hiesige FPÖ-Chef Strache ist in dem Zusammenhang übrigens auf eine ähnlich dämliche Idee gekommen. Zum Glück wird er in Österreich dafür keine Mehrheit finden,… hoffe ich zumindest.
Ein gewisser Ben soll gesagt haben:
Ein McCain, der sich um die republikanische Präsidentschaftskandidatur bewirbt, meinte:
Die Amis hängen ja sehr an ihrem komischen Verfassungszusatz aus dem Jahre 1791, der es dem Staat untersagt, dem Volk das Tragen von Waffen zu verbieten. Ich sehe keinen Grund, warum ein normaler Bürger in einer westlichen Demokratie zu Hause eine Schusswaffe rum liegen haben sollte. Vor Einbrechern schütz eine Pistole nicht, denn die kommen eh bevorzugt wenn keiner daheim ist, dann brauchen sie sich nämlich beim suchen nach Wertgegenständen nicht so stressen. Im schlimmsten Fall stehlen sie sogar die Pistole und schwups, schon ist eine Schusswaffe in die Hände eines Bösen gefallen. Darum bin ich für ein allgemeines Schusswaffenverbot, außer vielleicht für Jäger und Angestellte von Sicherheitsdiensten, die brauchen das beruflich.
Wie ich gerade auf orf.at gelesen habe, hatte der Täter Cho Seung-Hui zwischen seinen Morden bei der Post ein „Pressepaket“ von sich mit Bildern und Texten an NBC geschickt, die diese natürlich veröffentlichen. Das stellt sich für mich die Frage, ob die Massenmedien nicht bis zu einem gewissen Grad mitverantwortlich für eine solche Tragödie sind. Wie in der Vergangenheit schon geschehen, wird nach so einem grausigen Blutbad groß und breit in den Medien berichtet. Der Täter, vorher meistens unscheinbar und unbekannt, wird über Nacht berühmt und seine Botschaft, sofern er eine hinterlassen hat, wird in die weite Welt hinaus getragen und jeder kann sie hören. Ich Frage mich, ob das die Wahnsinnigen da draußen nicht auch ein bisschen dazu motiviert viele Menschen auf einmal zu ermorden.
"Dieser Typ von Schießerei zeigt klar auf, warum alle Gesetze, die den Waffenbesitz einschränken, außer Kraft gesetzt werden sollten. Diesem Spinner war es gleichgültig, ob seine Pistolen illegal waren oder nicht. Mörder und andere Kriminelle legen sich ständig illegale Waffen zu. Die Studenten, die Fakultät und alle anderen, die zu Schaden gekommen sind, hätten Waffen zur Selbstverteidigung gebraucht. Mehr Kontrolle würde nicht die Kriminellen stoppen, sondern nur die gesetzestreuen Bürger."Ja sicher, rüsten wir doch alle Schüler und Studenten mit Schusswaffen aus. Wenn dann einer unter ihnen seine benutzen will, kann er so gleich von den anderen niedergeschossen werden, bevor er selbst irgendwem Schaden zufügen kann. So ein Blödsinn. Selbst wenn die Studenten bewaffnet gewesen wären, wäre diese Tat nicht verhindert worden. Womöglich wären ein paar Leute weniger gestorben weil ein mutiger Student den Täter vielleicht vorher erschossen hätte, aber ich bezweifle, ob das in der Praxis funktioniert. Es gehört schon eine gewisse Skrupellosigkeit dazu auf einen echten Menschen zu schießen, selbst wenn das eigene Leben davon abhängt. Im Zweifelsfall zögert man im entsprechenden Moment vielleicht sogar und inzwischen hat der andere schon abgedrückt.
Der hiesige FPÖ-Chef Strache ist in dem Zusammenhang übrigens auf eine ähnlich dämliche Idee gekommen. Zum Glück wird er in Österreich dafür keine Mehrheit finden,… hoffe ich zumindest.
Ein gewisser Ben soll gesagt haben:
„Nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen“Ja, das stimmt schon, aber wir müssen es dem Menschen das Töten doch nicht noch erleichtern, in dem wir ihm eine Schusswaffe in die Hand drücken.
Ein McCain, der sich um die republikanische Präsidentschaftskandidatur bewirbt, meinte:
"Wir müssen sicherstellen, dass diese Art von Waffen nicht in die Hände böser Menschen fällt"Aha, und wie soll das gehen? Kriegt dann jeder, der sich eine Waffe kaufen will, einen Zettel zum unterschreiben vorgehalten, auf dem er erklärt, dass er kein böser Mensch ist? Ui, da wird sich sicher mancher Böser zweimal überlegen, ob er sich eine neue UZI kaufen soll. Ich sag nur strengeres Waffengesetz. Je schwerer man selbst an eine Waffe kommt, desto schwerer haben es auch die Bösen.
Die Amis hängen ja sehr an ihrem komischen Verfassungszusatz aus dem Jahre 1791, der es dem Staat untersagt, dem Volk das Tragen von Waffen zu verbieten. Ich sehe keinen Grund, warum ein normaler Bürger in einer westlichen Demokratie zu Hause eine Schusswaffe rum liegen haben sollte. Vor Einbrechern schütz eine Pistole nicht, denn die kommen eh bevorzugt wenn keiner daheim ist, dann brauchen sie sich nämlich beim suchen nach Wertgegenständen nicht so stressen. Im schlimmsten Fall stehlen sie sogar die Pistole und schwups, schon ist eine Schusswaffe in die Hände eines Bösen gefallen. Darum bin ich für ein allgemeines Schusswaffenverbot, außer vielleicht für Jäger und Angestellte von Sicherheitsdiensten, die brauchen das beruflich.
Wie ich gerade auf orf.at gelesen habe, hatte der Täter Cho Seung-Hui zwischen seinen Morden bei der Post ein „Pressepaket“ von sich mit Bildern und Texten an NBC geschickt, die diese natürlich veröffentlichen. Das stellt sich für mich die Frage, ob die Massenmedien nicht bis zu einem gewissen Grad mitverantwortlich für eine solche Tragödie sind. Wie in der Vergangenheit schon geschehen, wird nach so einem grausigen Blutbad groß und breit in den Medien berichtet. Der Täter, vorher meistens unscheinbar und unbekannt, wird über Nacht berühmt und seine Botschaft, sofern er eine hinterlassen hat, wird in die weite Welt hinaus getragen und jeder kann sie hören. Ich Frage mich, ob das die Wahnsinnigen da draußen nicht auch ein bisschen dazu motiviert viele Menschen auf einmal zu ermorden.
Labels:
Gesellschaftspolitisches
Montag, Februar 19, 2007
Koma-Trinken
Eine interessantes Wort, das ich gerade im regionalen Radioprogramm wahrgenommen habe. Hier ein Auszug aus dem dazupassendem Pressetext:
„Wenn Jugendliche zum Alkohol insbesondere zu den beliebten Alkopops greifen, geht es längst nicht mehr um einen Schwips, sondern ums "Saufen bis zum Umfallen" oder "Koma-Trinken". Der Anlass kann gar nicht unwichtig genug sein, Hauptsache es bietet sich eine Gelegenheit, den Alkohol ungehemmt in sich hineinzuschütten...“Österreich das Land der Trinker, könnte man sagen. „Koma-Trinken“ hätte sicher gute Chance auf den Titel Unwort des Jahres 2007.
Labels:
Gesellschaftspolitisches
Mittwoch, Jänner 31, 2007
Ah, da ist er wieder,…
…der Bildungsauftrag. Schon seit Jahren hat man ihn vermisst, aber mit dem neuen Führungsteam hat der ORF in offenbar wieder gefunden. In der vergangenen Woche dominierte ein Thema den Großteil der österreichischen Medien: Der Klimawandel. Der ORF hat sich einen Themenschwerpunkt gesetzt. Egal ob Fernsehen, Radio oder Internet, überall fanden sich Beiträge, Reportagen, Dokumentationen oder Filme zum Thema globale Erwärmung und der daraus resultierenden Folgen. Als Österreicher war es dadurch nahezu unmöglich sich dem zu entziehen. Aber eigentlich ist das auch gut so. Das Thema Klimawandel ist ein sehr ernstes Thema, das jeden Bewohner auf diesen Planeten betrifft. Ich finde es äußerst begrüßenswert, dass sich der ORF der Sache annimmt und versucht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit stärker darauf zu lenken.
Auftakt zu dieser Themenwoche war der Film „The Day After Tomorow“, der es mit den Auswirkungen zwar etwas übertreibt, aber mit imposanten Bildern aufwarten kann. In den Tagen danach ging es seriöser weiter. Die wöchentlichen Belangsendungen des ORF waren fast ausschließlich mit Beiträgen über den Klimawandel gefüllt. Es gab Live-Diskussionen mit Experten im Fernsehen und in den Radioprogrammen konnten man unter anderem Tipps zum Energiesparen hören. Von den vielen Sendungen habe ich leider nur eine Universumdokumentation und den Außlandsreport gesehen, diese waren jedoch überaus interessant und auch ein wenig beängstigend. Mancher wird sich bei dem Thema denken: Na und? Es wird halt ein bisschen wärmer, das ist ja nicht so schlimm. Das mag jetzt vielleicht etwas überspitzt formuliert sein, ich jedoch glaube, dass viele Leute in unseren Breiten diese Meinung vertreten. Diesen Irrtum wollte der ORF mit seinen Sendungen unter anderem korrigieren. Die Beiträge zielten vor allem darauf ab die globalen Zusammenhänge verständlich zu machen und zu zeigen, wie indirekte Folgen des Klimawandels sich regional auswirken.
Neben extremeren Wetterkapriolen, entsteht noch eine Reihe von anderen Problemen, mit denen sich die Menschheit in Zukunft auseinandersetzten muss. Durch das Abschmelzen der Polkappen steigt der Meeresspiegel. Die Regierung von Tuvalu hat bereits damit begonnen ihre Bevölkerung zu evakuieren. Zehntausende Menschen müssen ihr Zuhause verlassen und nach Neuseeland emigrieren. Dass die Inseln von Tuvalu in naher Zukunft auf Grund der Klimaerwärmung nicht mehr bewohnbar sein werden, ist bereits Fakt und nicht mehr Rückgängig zu machen. Ähnlich wird es auch vielen anderen Menschen, die in Küstennähe leben, ergehen. Wo die einen zu viel Wasser abkriegen, bekommen andere nun zu wenig. Dürreperioden dauern länger und die Wüstengebiete dehnen sich aus. Auch da werden viele Menschen gezwungen sein ihre Heimat zu verlassen. Die südlichen Staaten unseres reichen Europas haben jetzt schon mit einem Flüchtlingsstrom aus Afrika zu kämpfen und in den kommenden Jahren wird sich das wohl noch verschlimmern.
Eine Reihe von Tierarten, wie z.B. der Eisbär, werden ihren Lebensraum verlieren und über Kurz oder Lang aussterben. Andere wiederum werden sich stärker vermehren können. Das betrifft vor allem Insekten. Einige Arten breiten sich weiter in nördliche Regionen aus und bringen dabei auch Krankheitserreger mit, die dann für die dortigen Bewohner zu einem Problem werden. Eine unerwartete Konsequenz hat die Klimaerwärmung für die Karibischen Inseln. Wegen verstärkter Windaktivitäten über dem Atlantik wird mehr Sand als normal aus der Sahara in die Karibik getragen. Mit dem Sand kommt auch ein Pilz über das Meer, der unter der dortigen jungen Bevölkerung Asthmaerkrankungen auslöst und die Korallen in den umgebenden Gewässern schädigt.
Das oben genannte ist natürlich nur ein winzig kleiner Teil der Auswirkungen der globalen Erwärmung. In den Massenmedien hört man von solchen Dingen wenig. Nur wenn ein Hurrikan eine Großstadt zerstört, wird mal der Klimawandel erwähnt. Angesichts dieser Entwicklungen erscheint mir die Diskussion hier geradezu grotesk. Ich hoffe dieser Themenschwerpunkt des ORF war nicht umsonst und hinterlässt bei den Zusehern einen bleibenden Eindruck. Bei mir hat er es jedenfalls geschafft.
Auftakt zu dieser Themenwoche war der Film „The Day After Tomorow“, der es mit den Auswirkungen zwar etwas übertreibt, aber mit imposanten Bildern aufwarten kann. In den Tagen danach ging es seriöser weiter. Die wöchentlichen Belangsendungen des ORF waren fast ausschließlich mit Beiträgen über den Klimawandel gefüllt. Es gab Live-Diskussionen mit Experten im Fernsehen und in den Radioprogrammen konnten man unter anderem Tipps zum Energiesparen hören. Von den vielen Sendungen habe ich leider nur eine Universumdokumentation und den Außlandsreport gesehen, diese waren jedoch überaus interessant und auch ein wenig beängstigend. Mancher wird sich bei dem Thema denken: Na und? Es wird halt ein bisschen wärmer, das ist ja nicht so schlimm. Das mag jetzt vielleicht etwas überspitzt formuliert sein, ich jedoch glaube, dass viele Leute in unseren Breiten diese Meinung vertreten. Diesen Irrtum wollte der ORF mit seinen Sendungen unter anderem korrigieren. Die Beiträge zielten vor allem darauf ab die globalen Zusammenhänge verständlich zu machen und zu zeigen, wie indirekte Folgen des Klimawandels sich regional auswirken.
Neben extremeren Wetterkapriolen, entsteht noch eine Reihe von anderen Problemen, mit denen sich die Menschheit in Zukunft auseinandersetzten muss. Durch das Abschmelzen der Polkappen steigt der Meeresspiegel. Die Regierung von Tuvalu hat bereits damit begonnen ihre Bevölkerung zu evakuieren. Zehntausende Menschen müssen ihr Zuhause verlassen und nach Neuseeland emigrieren. Dass die Inseln von Tuvalu in naher Zukunft auf Grund der Klimaerwärmung nicht mehr bewohnbar sein werden, ist bereits Fakt und nicht mehr Rückgängig zu machen. Ähnlich wird es auch vielen anderen Menschen, die in Küstennähe leben, ergehen. Wo die einen zu viel Wasser abkriegen, bekommen andere nun zu wenig. Dürreperioden dauern länger und die Wüstengebiete dehnen sich aus. Auch da werden viele Menschen gezwungen sein ihre Heimat zu verlassen. Die südlichen Staaten unseres reichen Europas haben jetzt schon mit einem Flüchtlingsstrom aus Afrika zu kämpfen und in den kommenden Jahren wird sich das wohl noch verschlimmern.
Eine Reihe von Tierarten, wie z.B. der Eisbär, werden ihren Lebensraum verlieren und über Kurz oder Lang aussterben. Andere wiederum werden sich stärker vermehren können. Das betrifft vor allem Insekten. Einige Arten breiten sich weiter in nördliche Regionen aus und bringen dabei auch Krankheitserreger mit, die dann für die dortigen Bewohner zu einem Problem werden. Eine unerwartete Konsequenz hat die Klimaerwärmung für die Karibischen Inseln. Wegen verstärkter Windaktivitäten über dem Atlantik wird mehr Sand als normal aus der Sahara in die Karibik getragen. Mit dem Sand kommt auch ein Pilz über das Meer, der unter der dortigen jungen Bevölkerung Asthmaerkrankungen auslöst und die Korallen in den umgebenden Gewässern schädigt.
Das oben genannte ist natürlich nur ein winzig kleiner Teil der Auswirkungen der globalen Erwärmung. In den Massenmedien hört man von solchen Dingen wenig. Nur wenn ein Hurrikan eine Großstadt zerstört, wird mal der Klimawandel erwähnt. Angesichts dieser Entwicklungen erscheint mir die Diskussion hier geradezu grotesk. Ich hoffe dieser Themenschwerpunkt des ORF war nicht umsonst und hinterlässt bei den Zusehern einen bleibenden Eindruck. Bei mir hat er es jedenfalls geschafft.
Labels:
Gesellschaftspolitisches
Montag, November 27, 2006
Paranoia
Recht herzlichen Dank, nach diesem Artikel hat sich zu meiner paranoiden Haltung gegenüber großen Testberichten in Printmagazinen auch noch eine gegenüber Userpostings in einschlägigen Foren gesellt. Wem soll man da noch über den Weg trauen? Wer tut da wirklich seine wahre Meinung kund und wurde nicht für seine Schreibe bezahlt? Meine Internetrecherchen nach objektiven Meinungen zu Produkten haben sich so eben verkompliziert.
Zum Glück gibt es ja noch die vielen Weblogs, da kann ich noch darauf vertrauen, das sich in den dortigen Artikel die wahre Meinung des Autors wiederspiegelt. Das hoffe ich zumindest.
Zum Glück gibt es ja noch die vielen Weblogs, da kann ich noch darauf vertrauen, das sich in den dortigen Artikel die wahre Meinung des Autors wiederspiegelt. Das hoffe ich zumindest.
Labels:
Gesellschaftspolitisches
Abonnieren
Posts (Atom)
