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Donnerstag, Juli 17, 2008
Wandertag
Als gestern um 3 Uhr morgens der Wecker klingelte und mich dabei aus meinem Schönheitsschlaf riss, schien mir die Idee einen Sonnenaufgang auf der Alm zu erleben nicht mehr ganz so prickelnd wie in den Tagen zuvor. Aber zu dem Zeitpunkt war es bereits zu spät um es sich anders zu überlegen. Ich hatte nämlich schon rum erzählt, dass ich in Allerherrgottsfrüh auf die Alm pilgern werde. Ein Rückzieher hätte mich nun wie einen disziplinlosen Schwächling dastehen lassen. Also blieb mir wohl nichts anderes übrig als meine Sachen zu packen und los zu marschieren. Jedoch muss ich sagen, dass sich trotz der frühen Stunde und eines kalten Westwindes die Mühe gelohnt hat. Das schräg einfallende Sonnenlicht verlieh der Landschaft eine ganz eigene Atmosphäre und dem Rudel Gämsen (erste Spalte, drittes Bild) wäre ich zu Mittag wohl nicht so nahe gekommen.
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Sonntag, Juni 01, 2008
Sommergefühle
Die Sonne strahlte mit voller Kraft vom blauen Himmel, Vögel zwitscherten sich in den Baumkronen die Seele aus dem Leib und emsige Bienen schwirrten über die Wiesen. Was für ein wunderschöner Tag und ich war auf dem Fahrrad sitzend live dabei. Entspannt gleitete ich durch die blühende Natur. Unzählige Blumen zierten den Wegesrand meiner Fahrradstrecke. Ein wohliger kräftiger Honigduft vermischte sich in harmonischer Weise mit dem kühlen Fahrtwind und streichelte sanft meine Sinnesorgane. Sonnenstrahlen bahnten sich den Weg durch das Blättergewirr und malten kontrastreich Muster auf die ansonsten schattige Waldstraße. Geschickt verbargen sie dabei, dass vielleicht eine Stunde zuvor, ein größeres Rudel von Kühen eine ansehnliche Fläche des Straßenbelages mit ihren Exkrementen bedeckt hatten. Ahnungslos und mit hoher Geschwindigkeit raste ich über die Scheiße hinweg. Die Stollenreifen am Fahrrad wirbelten den dickflüssigen Kuhdung in die Luft und mir auf den Rücken und die Unterschenkel. Zeitgleich schreckte ich noch einen gewaltigen Schwarm Fliegen hoch, denen ich zu meinem großen Bedauern bei ihrer Hauptmahlzeit gestört hatte. Zum Glück war ich geistesgegenwärtig genug um noch schnell meine Lippen aufeinander zu pressen, und verhinderte damit, dass dutzende Fliegen in meinem Rachenraum einen grausamen Tod erlitten. Nach diesem Zwischenfall verließ mich meine Euphorie für die wundervolle Natur für den Rest des Tages und ich trat von oben bis unten angeschissen die Heimfahrt an.Übrigens, das hübsche Bild links oben stammt aus dem mit Hilfe von Open Source Programmen erstellten Animationsfilm "Big Buck Bunny", den man sich hier kostenlos runterlanden kann. Das Filmchen ist ganz nett geworden und ist durchaus einen Blick wert.
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Erlebnisse
Samstag, März 29, 2008
Urlaubsimpressionen
Juhu! Urlaubsdiashowabende können ja sooooooo langweilig aufregend sein, besonders wenn man an der eigentlichen Urlaubsreise gar nicht teilgenommen hat. Und wenn der Urlaubsdiashowpräsentator anfängt zu erzählen, wie er durch wühlen mit seinen nackten Zehen im Sandstrand eine Muschel gefunden und dieses Großereignis mit über 50 Bilder dokumentiert hat, ja dann steigt die Schläfrigkeit Spannung beim Zuschauer ins unermessliche. Ein Diashowabend von meiner Italienreise könnte mindestens ebenso spannend werden. Mit den knapp über tausend Fotos, die sich da in der einen Woche angesammelt haben, wäre Unterhaltung für den ganzen Abend garantiert. Ach was, für die ganze Nacht!
Tja, glücklicherweise blöderweise bin ich momentan zu faul beschäftigt um einen solchen Abend vorzubereiten, darum müssen sich die geneigten Zuschauer nun hier mit einer Auswahl der gelungeneren Fotos begnügen:
Als halbwegs ambitionierter Hobbyfotograf hat man es übrigens in einer Reisegesellschaft nicht leicht. Besonders wenn die Mitreisenden, außer ein paar schnellen Knipsereien mit der handlichen Digitalen, nichts mit Fotografieren am Hut haben. Für mich artete das zeitweise schon in Stress aus. Während ich noch damit beschäftigt war das Motiv richtig ins Bild zu rücken, hatte sich die Reisegesellschaft schon weiter bewegt und ich durfte dann schauen, dass ich den Anschluss nicht verlor.
Tja, glücklicherweise blöderweise bin ich momentan zu faul beschäftigt um einen solchen Abend vorzubereiten, darum müssen sich die geneigten Zuschauer nun hier mit einer Auswahl der gelungeneren Fotos begnügen:
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Als halbwegs ambitionierter Hobbyfotograf hat man es übrigens in einer Reisegesellschaft nicht leicht. Besonders wenn die Mitreisenden, außer ein paar schnellen Knipsereien mit der handlichen Digitalen, nichts mit Fotografieren am Hut haben. Für mich artete das zeitweise schon in Stress aus. Während ich noch damit beschäftigt war das Motiv richtig ins Bild zu rücken, hatte sich die Reisegesellschaft schon weiter bewegt und ich durfte dann schauen, dass ich den Anschluss nicht verlor.
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Erlebnisse
Sonntag, März 23, 2008
Wieder da!
Ui, da habe ich diesen Blog nun schon länger ein wenig vernachlässigt, aber ich habe dafür eine passende Ausrede. Zum einen hatte ich allerhand anderer Dinge zu tun und kam daher nicht zum schreiben und zum anderen war ich für eine Woche weg. Nämlich so richtig weg. Dort wo ich war gab es keine Internet, zumindest für mich nicht, aber dafür viel Sand, Wasser, alte Häuser und gutes Essen. Meine gesamte Sippschaft und ich hatten in der Woche zwischen Palm- und Ostersonntag im Norden von Italien, genauer gesagt in Grado, ein paar teure Ferienwohnungen gemietet, welche aber dann gar nicht teuer waren, weil wir außerhalb der Saison buchten und diese Wohnungen sich somit preislich am absoluten Tiefpunkt bewegten. 14 waren wir an der Zahl im Altersbereich zwischen 2 und 70 Jahren und wir hatten die Ortschaft und den Strand beinahe ganz für uns alleine. Es schurlten auch zwar noch ein paar andere Touristen durch die Straßen, aber deren Anzahl bewegte sich am Rande der Wahrnehmungsgrenze.
Nun stellt sich wohl die Frage, was macht man eigentlich außerhalb der Saison in einer Hochburg des Sommertourismus? Baden natürlich nicht, denn im Meer ist es dafür noch viel zu kalt. Jedoch kann man ausgedehnte Spaziergänge am fast menschenleeren Strand unternehmen und der Brandung beim Rauschen zu hören (ungehindertes Muschelnsammeln inklusive). Man kann in den wenigen geöffneten, aber dafür feinen, Restaurants gemütlich essen gehen, ohne sich dabei mit anderen Gästen um die Sitzplätze streiten zu müssen. Man kann ungestört durch die engen Gassen der Altstadt spazieren und danach ohne nennenswerte Wartezeiten sich in einer Gelateria ein Eis holen. Das und noch einiges mehr sind meiner Meinung nach die besten Vorraussetzungen für einen stressfreien Urlaub. In meinem Fall trifft das jedoch nur bedingt zu, da ich die meiste Zeit mit fotografieren beschäftigt war, aber dazu später mehr.
Während meiner Abwesenheit hat sich in der Welt einiges getan: In Tibet kam es zu Unruhen, der Papst betet für die Erleuchtung der Juden, meine Xbox ist in reparierter Form zu mir zurück gekehrt und der Lou hat mir ein Stöckchen zu geworfen. Mit diesen und noch ein paar anderen Dingen werde ich mich in den nächsten Tagen beschäftigen.
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Mittwoch, Jänner 23, 2008
Scheiss Sucht
Vergangene Woche kam ein Telekom-Mitarbeiter zu Hause vorbei und hatte mein ADSL-Modem mit WLAN durch eines ohne ersetzt. Da alle Gerätschaften im Haus über die Luft mit dem Internet kommunizierten und der neue WLAN-Router irgendwo in einem Depot des allseits bekannten Online-Versandhändlers versauerte, während er auf die Verschickung wartete, war ich quasi 4 Tage lang offline, noch dazu übers Wochenende hinweg. Eine Tragödie bahnte sich an. Wie soll man einen langweiligen Sonntag Nachmittag ohne Internet überstehen? Fadisiert saß ich im Polstersessel und überlegte was ich den nun mit diesen vielen Stunden Freizeit anfangen sollte. Vielleicht auf meine Bookmarks durchklicken und schauen was es neues gibt? Ach, geht ja nicht, weil kein Internet. Oder ich könnte auf Xbox Live ein paar Spieledemos runterladen? Ach, geht ja auch nicht, weil kein Internet. Nun dann könnte ich halt mal die Wii anschmeißen und meine vor kurzem in Wii-Points umgetauschten Sterne für einen Virtual Consol Titel ausgeben, aber das geht ja auch nicht, weil Internet erforderlich. Erste Entzugserscheinungen machten sich bemerkbar. Wie hat man das früher geschafft? Nur noch verschwommen erinnerte ich mich an meine Offlinezeit. Mhmm? Bücher? Früher habe ich Bücher gelesen. Irgendwo hatte ich ja noch eines rumliegen? Ach ja, oben auf dem Nachttisch neben dem Bett, aber um das zu holen müsste ich aufstehen und mich die Treppe hochquälen. Ein Vorhaben, dass der fette Schweinsbraten vom Mittagessen in meinem Magen zu verhindern wusste. Hilflos saß ich nun im Polstersessel und wusste nicht was ich tun sollte.
Das Leben als wohlhabender Mitteleuropäer kann manchmal richtig hart sein.
Das Leben als wohlhabender Mitteleuropäer kann manchmal richtig hart sein.
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Erlebnisse
Mittwoch, Jänner 02, 2008
Auf ins neue Jahr!
Der Jahreswechsel war heuer ein wenig ruhiger als voriges Jahr, was vor allem daran lag, dass ein Teil der Verwandschaft aus unterschiedlichen Gründen schon vorher abreiste und zu Silvester somit nicht mehr so viel Leute im Haus waren. Gefeiert wurde trotzdem ein wenig und Feuerwerk gab es auch eines. Der Fotoapparat war wieder mit dabei, jedoch ist die Ausbeute an brauchbaren Feuerwerkfotos diesmal sehr mager ausgefallen. Entweder habe ich zu spät abgedrückt oder die Kamera auf die falsche Stelle ausgerichtet. Äußerst Ärgerlich das Ganze. Nun ja, beim nächsten Mal klappt es sicher besser. Übrigens so ein Feuerkorb, wie er rechts zu sehen ist, ist in einer rauen kalten Winternacht schon was schönes.![]() | ![]() |
![]() Der Blick ins Tal vor Mitternacht,... | ![]() ...und nun unmittelbar danach. |
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Erlebnisse
Montag, Dezember 24, 2007
Weihnachtszeit
Da kommen sie wieder, die alljährlichen Festtage. Ein Zeit in der viel gesoffen und vor allem viel gegessen wird. In weiser Voraussicht habe ich mir zu diesem Anlass vor kurzem Stretchjeans gekauft, die sich hoffentlich sehr dezent den neuen Umständen anpassen ohne sich dabei groß kneifenderweise bemerkbar zu machen. Dieser Tage ist im heimischen Landhaus wieder "Full House" angesagt, wenn sich die Familie in ihrer Gesamtheit versammelt. Jedoch ist dieses Jahr alles ein wenig anders als die Jahre zuvor, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal.

So, und nun möchte ich allen, die sich eventuell über die Feiertage hier her verirren, noch ein entspanntes Weihnachtsfest und ein braves Christkind wünschen.

So, und nun möchte ich allen, die sich eventuell über die Feiertage hier her verirren, noch ein entspanntes Weihnachtsfest und ein braves Christkind wünschen.
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Mittwoch, September 12, 2007
Alljährliches Naturschauspiel
Jedes Jahr gegen Ende des Sommers bietet sich dem geneigten Beobachter ein besonderes Spektakel. Heerscharen von Flachlandbewohnern pilgern mit ihren motorisierten Kutschen in die ländliche Bergwelt rund um das kleine Bergdorf am Rande der Zivilisation, um dort in den dunklen Wäldern im Unterholz nach schmackhaften Schwammerln zu fahnden. Über Jahrzehnte hinweg hatte ich das Privileg dieses Schauspiel live mit zu erleben. Ich möchte nun in einem kurzen Essay meine Beobachtungen hier mal festhalten.Schwammerlsucher sind faszinierende Individuen. In der Regel sind sie in Rudeln von 2 bis 5 Exemplaren zwischen den Bäumen anzutreffen, aber auch Einzelgänger sieht man einsam auf der Jagd nach Pilzen durchs Unterholz streifen. Man kann Schwammerlsucher grob in drei Gruppen unterteilen:
Der ambitionierte Pilzsammler: Dieser Schwammerlsucher nimmt sich für sein Vorhaben Zeit. In der Regel wird ein halber oder auch ganzer Tag dafür eingeplant. Er schlüpft in festes Schuhwerk und kleidet sich in leichte wetterfeste Stoffe. Ausgerüstet mit einem Weidenkorb und eventuell sogar noch einem Rucksack schreckt er nicht davor zurück auf der Suche nach schmackhaften Pilzen mehrere Kilometer durch die Wildnis über Stock und Stein zurück zu legen. Schwammerlsuchen ist für ihn auch eine sportliche Herausforderung. Ist mal ein kleines Schwammerl gefunden wird sofort - manchmal aus dem Gedächtnis, aber meistens mit dem in Buchform mitgeführten Pilzratgeber - bestimmt, ob es essbar und schmackhaft ist, oder giftig und tödlich. Wenn es essbar ist, dann wird es vorsichtig aus dem Boden gezupft und mit dem eigens dafür gekauften Taschenmesser sorgfältig an Ort und Stelle geputzt, um darauf hin sanft im Weidenkorb verstaut zu werden. Der ambitionierte Pilzsammler geht dieser Tätigkeit in der Regel schon seit vielen Jahren nach. Im Lauf der Zeit mutiert er zu einer wandelnden Datenbank über Orte und Stellen mit erhöhtem Pilzwachstum. Dieses Wissen wird von ihm streng gehütet und, wenn überhaupt, höchstens erst am Sterbebett den anwesenden Mitmenschen mitgeteilt. Trotzdem neigt der ambitionierte Pilzsammler aber auch gerne dazu vor anderen mit dem Wissen zu prahlen. Dann erzählt er ganz groß, dass er schon mal so und so viele Pilze von beachtlicher Größe aus dem Wald getragen hat. Meistens ist das jedoch geflunkert und in Wirklichkeit fiel der Schwammerlfund etwas bescheidener aus.
Der Ich-fahr-mal-schnell-Pilze-holen-Typ: Dieser Typus fährt mit seinem Automobil zunächst scheinbar ziellos durch die Landschaft um dann irgendwo am Rand einer dicht von Wald umzingelten Straße zu parken. Meistens sieht man diesen Schwammerlsucher dann in einer dem Anlass nicht angemessenen Kleidung durch das Unterholz streifen, ausgerüstet mit einem Plastiksackerl, welches sich noch vom letzten Einkaufsbummel am Rücksitz befand und in das er nun mehr oder weniger achtlos die erbeuteten Pilze stopft. Dieser Typus operiert in einem Radius von maximal 500 Meter um sein geparktes Auto herum, da er sich von diesem nur ungern weit entfernt. Sein Handeln wird allein von der Hoffnung getrieben in unmittelbarer Zukunft bei einem köstlichen Schwammerlgericht am Esstisch sitzen zu können. Eingesammelt wird meistens alles was irgendwie nach Pilz aussieht und erst zu Hause wird die Beute in „essbar“ und „weiß nicht“ aufgeteilt.
Die organisierten Pilz-Banden: Diese Art von Schwammerlsucher tritt in der Regel in größeren Rudeln auf und durchstreift systematisch den Wald auf der Suche nach Pilzen. Sie interessieren sich nicht für die spätere Zubereitung der Pilze zu schmackhaften Speisen oder für die idyllische Waldlandschaft durch die sie bei der Suche streifen. Ihre Motivation ist rein ökonomischer Natur. Sie interessieren sich nur für den finanziellen Gewinn, denn sie durch den Verkauf der gesammelten Ware am Markt erzielen. Getrieben vom Kapitalismus sammeln die Pilz-Banden die Wälder leer. Von den anderen Schwammerlsuchern können sie sich daher keine Sympathiebekundungen erwarten. Besonders die ambitionierten Pilzsammler sehen in den Pilz-Banden verabscheuungswürdige Kreaturen, die Raubbau an der Natur betreiben. Die Aktivitäten der Pilz-Banden sind nicht nur moralisch fragwürdig, sondern auch illegal. Eigentlich darf man die Pilze nur in haushaltsüblichen Mengen aus den Wald tragen, was je nach Gesetzeslage so ungefähr 2 kg wären. Pilz-Banden überschreiten in der Regel diese Grenze bei weitem. Aus diesem Grund bekommen sie manchmal auch Probleme mit der ortsansässigen Exekutive.
So unterschiedlich die einzelnen Schwammerlsucher auch sein mögen, so haben sie doch Gemeinsamkeiten. Neben der gleichen gebückten Körperhaltung in die sie beim durchwandern des Unterholzes verfallen, müssen sie sich auch vor den gleichen Feinden in Acht nehmen, die ihnen in den dunklen Wäldern auflauern. Neben rauflustigen Bären und blutrünstigen Ebern, die man jedoch nur sehr sehr sehr selten in freier Wildbahn antrifft, sind das vor allem die Forstangestellten der holzgewinnenden Industrie sowie kleine garstige Waldbauern. Am harmlosesten für den gemeinen Schwammerlsucher sind da noch die Förster. Die beschränken sich meistens darauf jene Pilzsammler rechtlich zu belangen, die ihre Benzinkutschen verbotenerweise auf privaten Forstwegen drapiert haben. In ganz schlimmen Fällen wird von den Förstern eventuell noch ein Teil der Beute von den Sammlern konfisziert, sollte diese die 2 kg Marke überschreiten. Gefährlicher sind da schon die etwas seltener anzutreffenden kleinen garstigen Waldbauern. Neben einer saftigen Anzeige wegen Ruhestörung neigen manche Exemplare dieser Gattung auch dazu dem arglosen Pilzsammler in ihrem Revier heimlich aufzulauern. Sollte einem Schwammerlsucher das Unglück ereilen in die Fänge eines solchen garstigen Zeitgenossen zu geraten, dann kann er sich schon mal seelisch darauf vorbereiten mit anzusehen, wie seine mühevoll gesammelten Pilze mittels beherzten Fußtritten zurück in den Waldboden gestampft werden.
Auch nicht gerade als Freund der Pilzsammler kann man die Jägerschaft bezeichnen. Wenn ein Jäger nach stundenlangem Ausharren in seinem Verschlag endlich den lang ersehnten kapitalen Hirsch vor sein Visier bekommt und er dann machtlos zuschauen muss, wie plötzlich ein Schwammerlsucher von der Seite in die Szenerie stolpert und dabei die begehrte Jagdtrophäe in die Flucht schlägt, dann wird so mancher Jäger in dieser Situation in Versuchung geraten eventuell den Kopf des Störenfrieds auf ein Brett zu nageln und über den Kamin zu hängen. Ob ein Jäger schon mal dieser Versuchung erlegen ist, ist nicht bekannt.
Somit bin ich nun am Ende meines kurzen Essays angelangt und mir ist durchaus bewusst, dass ich damit des Phänomen Schwammerlsucher nur sehr oberflächlich beleuchtet habe. Mit diesem Thema könnte man noch viele Seiten füllen, aber das sollen andere machen. Ich bin jetzt nämlich müde und werde nun schlafen gehen.
PS: Das ist wahrscheinlich der längste zusammenhängende Text, den ich bisher in meinem Leben geschrieben habe und der längste auf dieser Website sowieso.
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Erlebnisse
Montag, August 06, 2007
Blau gemacht
Wenn man in einem Beruf mit flexiblen Arbeitszeiten arbeitet, dann kann man sich manchmal, aber leider wirklich nur manchmal, die Freiheit nehmen an einem Montag zu sagen: Ihr könnt mich alle Mal am A.... lecken, ich gehe jetzt hinaus in die Wildnis und werde dort 8 Stunden lang rum wandern! Genau aus diesem Gurnd habe ich heute eine Bergwanderung unternommen:
Eine kurze Erklärung zu den Kugeldingern in den ersten vier Fotos:
Im allgemeinen wird behauptete, dass diese Gebäude mit den Kugeln oben drauf eine Anlage zur Luftraumüberwachung sei. Ich jedoch glaube, dass diese monumentalen Bauwerke nichts anderes sind als abstrakte Darstellungen zweier Speiseeiskugeln. Das hintere der beiden Bauwerke (auf den Fotos kann man das leider nicht so gut erkennen) sieht sogar aus wie ein Männchen mit einer Speiseeiskugel als Kopf. Der unbekannte Künstler wollte damit wohl die moderne Konsumgesellschaft anprangern, welche im allgemeinen nur ans Essen denkt - ans Eisessen im besonderen - zu wenig Bewegung macht und dadurch immer fetter wird. Damit möglichst viele Menschen diese monströsen Skulpturen sehen können wurden sie auf einem Berggipfel errichtet. Somit sind sie schon von großer Entfernung aus sichtbar.
So, ich bin momentan völlig neben der Spur. Schuld daran ist wohl der schmerzhafte Muskelkater der mich seit dem letzten Kilometer der Wanderung begleitet hat. Außerdem will ich jetzt ein Speiseeis essen.
Eine kurze Erklärung zu den Kugeldingern in den ersten vier Fotos:
Im allgemeinen wird behauptete, dass diese Gebäude mit den Kugeln oben drauf eine Anlage zur Luftraumüberwachung sei. Ich jedoch glaube, dass diese monumentalen Bauwerke nichts anderes sind als abstrakte Darstellungen zweier Speiseeiskugeln. Das hintere der beiden Bauwerke (auf den Fotos kann man das leider nicht so gut erkennen) sieht sogar aus wie ein Männchen mit einer Speiseeiskugel als Kopf. Der unbekannte Künstler wollte damit wohl die moderne Konsumgesellschaft anprangern, welche im allgemeinen nur ans Essen denkt - ans Eisessen im besonderen - zu wenig Bewegung macht und dadurch immer fetter wird. Damit möglichst viele Menschen diese monströsen Skulpturen sehen können wurden sie auf einem Berggipfel errichtet. Somit sind sie schon von großer Entfernung aus sichtbar.
So, ich bin momentan völlig neben der Spur. Schuld daran ist wohl der schmerzhafte Muskelkater der mich seit dem letzten Kilometer der Wanderung begleitet hat. Außerdem will ich jetzt ein Speiseeis essen.
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Erlebnisse
Mittwoch, August 01, 2007
*Grunz*
Die erste Juliwoche in diesem Jahr war für mich persönlich ziemlich im Arsch. Ich hatte mir nämlich irgendwas Grippeähnliches eingefangen, so mit Fieber, Halsweh und ständigem Gerotze. Also insgesamt eine ungute Situation. Zu meinem Unglück war an jenen Tagen das Wetter ausgezeichnet und nahezu perfekt geeignet für Bergwanderungen. Die vorhergegangene Regenperiode hatte für eine glasklare Luft gesorgt und die Weitsicht von den Berggipfeln aus musste schlichtweg atemberaubend gewesen sein. Ich wäre liebend gerne mit Rucksack und Kamera über die blühenden Almwiesen gesprungen, aber leider musste ich das Bett hüten.
Salbeitee trinkend rotzte ich Taschentücher voll und guckte dem Wetter vom Fenster aus beim schön sein zu. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll, ich musste raus. Wenn mein gesundheitlicher Zustand schon keine Bergwanderung zuließ, dann sollte doch zumindest ein kleiner Spaziergang im nahe gelegenem Wald drin sein. Und so geschah es. Zugedröhnt mit Halsweh-Tabletten und abgefüllt mit Salbeitee schlurfte ich am Waldrand entlang. Rund um mich pulsierte das Leben. Leise raschelte der Wind durch das Laub. Zwischen saftigen Grashalmen reckten sich Wildblumen der Sonne entgegen und mitten durch diese Szenerie schwirrten ganz geschäftig diverse Insekten unterschiedlichster Bauart.
Meine kleine Tour führte mich zu einer Weggabelung, die an beiden Seiten von dichten Büschen und hohem Gras umwuchert war. In meinen Tagträumen versunken wollte ich gerade auf dem linken der beiden Wege weiterschlendern, als ein seltsames Geräusch an mein Ohr drang. Ich hielt an und lauschte, aber außer dem üblichen Wald- und Wiesengeräuschen war nichts ungewöhnliches zu hören. Das hast du dir wohl nur eingebildet, dachte ich mir und wollte weitergehen, aber dann hörte ich wieder dieses seltsame Geräusch, diesmal deutlicher. Es hörte sich so ähnlich an als ob sich jemand oder etwas zunächst lautstark räuspert, danach dann irgendwas rauskotzt und dabei zwischendurch versucht zu grunzen. Ich konnte mich nicht erinnern sowas schon mal gehört zu haben. Nach einer kurzen Pause ertönte das Geräusch in abgewandelter Form noch mal, dann war es wieder ruhig.
Neugierig versuchte ich den Ursprung der Laute zu orten. Ich blickte mich um. Es war nichts zu sehen. Langsam ging ich in die Richtung aus der das Geräusch zu hören war. Es ertönte noch mal. Diesmal hatte sich noch ein Schmatzen dazu gesellt. Der Verursacher musste sich in meiner unmittelbaren Nähe irgendwo vor mir befinden. Vielleicht in den Büschen. Angestrengt starrte ich ins wild wuchernde Grün. Erkennen konnte ich nichts. Inzwischen machte sich meine Fantasie selbstständig und in meinem Kopf formte sich das Bild eines großen blutrünstigen Ebers, der hinter den Büschen gerade einen frisch erlegten Schwammerlsucher vernascht, sich aber jedoch unglücklicherweise am linken Schuh seiner Beute verschluckt hat und sich nun bemüht diesen wieder hoch zu würgen. Ich versuchte dieses gruselige Bild aus meinem Kopf zu schütteln, als plötzlich das Geräusch nochmals erklang. Diesmal ganz laut und ganz nah direkt hinter mir. Erschrocken fuhr ich herum.
Da stand sie dann, die Ursache für das Geräusch, es war kein blutrünstiger Eber, sondern ein kleiner Igel. Er hatte sich mitten auf den Weg drapiert und starrte mich nun mit seinen dunklen Knopfaugen an. Ich meinte Ärger und Verachtung darin wahrnehmen zu können. Als ob er jetzt beleidigt auf mich wäre, weil ich ihn erst so spät bemerkt habe. Er gab einen kurzen Grunzer mit nachfolgendem Geschmatze von sich, so quasi als Beweis dafür, das er es war, der die ganze Zeit über diese mysteriösen Laute von sich gegeben hatte. Anscheinend blieb mein zweifelnder Blick nicht unbemerkt. Schließlich setzte sich der Igel wieder in Bewegung und trottete im gemütlichen Tempo zum nächstgelegenem Busch und verschwand darunter.
Salbeitee trinkend rotzte ich Taschentücher voll und guckte dem Wetter vom Fenster aus beim schön sein zu. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll, ich musste raus. Wenn mein gesundheitlicher Zustand schon keine Bergwanderung zuließ, dann sollte doch zumindest ein kleiner Spaziergang im nahe gelegenem Wald drin sein. Und so geschah es. Zugedröhnt mit Halsweh-Tabletten und abgefüllt mit Salbeitee schlurfte ich am Waldrand entlang. Rund um mich pulsierte das Leben. Leise raschelte der Wind durch das Laub. Zwischen saftigen Grashalmen reckten sich Wildblumen der Sonne entgegen und mitten durch diese Szenerie schwirrten ganz geschäftig diverse Insekten unterschiedlichster Bauart.
Meine kleine Tour führte mich zu einer Weggabelung, die an beiden Seiten von dichten Büschen und hohem Gras umwuchert war. In meinen Tagträumen versunken wollte ich gerade auf dem linken der beiden Wege weiterschlendern, als ein seltsames Geräusch an mein Ohr drang. Ich hielt an und lauschte, aber außer dem üblichen Wald- und Wiesengeräuschen war nichts ungewöhnliches zu hören. Das hast du dir wohl nur eingebildet, dachte ich mir und wollte weitergehen, aber dann hörte ich wieder dieses seltsame Geräusch, diesmal deutlicher. Es hörte sich so ähnlich an als ob sich jemand oder etwas zunächst lautstark räuspert, danach dann irgendwas rauskotzt und dabei zwischendurch versucht zu grunzen. Ich konnte mich nicht erinnern sowas schon mal gehört zu haben. Nach einer kurzen Pause ertönte das Geräusch in abgewandelter Form noch mal, dann war es wieder ruhig.
Neugierig versuchte ich den Ursprung der Laute zu orten. Ich blickte mich um. Es war nichts zu sehen. Langsam ging ich in die Richtung aus der das Geräusch zu hören war. Es ertönte noch mal. Diesmal hatte sich noch ein Schmatzen dazu gesellt. Der Verursacher musste sich in meiner unmittelbaren Nähe irgendwo vor mir befinden. Vielleicht in den Büschen. Angestrengt starrte ich ins wild wuchernde Grün. Erkennen konnte ich nichts. Inzwischen machte sich meine Fantasie selbstständig und in meinem Kopf formte sich das Bild eines großen blutrünstigen Ebers, der hinter den Büschen gerade einen frisch erlegten Schwammerlsucher vernascht, sich aber jedoch unglücklicherweise am linken Schuh seiner Beute verschluckt hat und sich nun bemüht diesen wieder hoch zu würgen. Ich versuchte dieses gruselige Bild aus meinem Kopf zu schütteln, als plötzlich das Geräusch nochmals erklang. Diesmal ganz laut und ganz nah direkt hinter mir. Erschrocken fuhr ich herum.
Da stand sie dann, die Ursache für das Geräusch, es war kein blutrünstiger Eber, sondern ein kleiner Igel. Er hatte sich mitten auf den Weg drapiert und starrte mich nun mit seinen dunklen Knopfaugen an. Ich meinte Ärger und Verachtung darin wahrnehmen zu können. Als ob er jetzt beleidigt auf mich wäre, weil ich ihn erst so spät bemerkt habe. Er gab einen kurzen Grunzer mit nachfolgendem Geschmatze von sich, so quasi als Beweis dafür, das er es war, der die ganze Zeit über diese mysteriösen Laute von sich gegeben hatte. Anscheinend blieb mein zweifelnder Blick nicht unbemerkt. Schließlich setzte sich der Igel wieder in Bewegung und trottete im gemütlichen Tempo zum nächstgelegenem Busch und verschwand darunter.
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Montag, Juli 23, 2007
Rudelspielen
Am vergangenen Wochenende konnte ich das erste Mal selbst die Erfahrung machen, wieso Counter-Strike und Battlefield zusammen mit anderen so viel Spaß macht. Ein Bekannter hat nämlich eine LAN-Party im kleinen Rahmen veranstaltet und meinte, ich sollte da auch mal vorbeischauen. Also habe ich meinen Rechner zusammen gepackt und bin dorthin gefahren. Veranstaltet wurde das Spektakel in einem Kellerraum eines Einfamilienhauses irgendwo am Land. 11 Leute versammelten sich mit ihren Computern nachmittags um 15 Uhr und spielten bis in die Morgenstunden. Zunächst Counter-Strike, dann eine Runde Serios Sam, zwischendrin mal eine bisschen Quake 3, danach Battlefield 1942 und zum Abschluss noch mal Counter-Strike. Diese Spiele sind zwar nicht mehr die jüngsten, aber sie machen trotzdem noch Spass. Außerdem gab es unter den Anwesenden Leute mit nicht mehr ganz so leistungsstarken Rechnern.
Ich hab in meinem Leben schon so manchen Ego-Shooter gezockt, aber Counter-Strike und Battlefield habe ich an diesem Abend zum ersten Mal richtig gespielt. Nun kann ich die Faszination an diesen Titeln nachvollziehen. Mit menschlichen Mitspielern ist die Erfahrung eine ganz andere, noch dazu wenn man mit diesen Menschen im selben Raum sitzt.
Der Abend verlief an sich ganz entspannt. Trotz der vielen "Killerspiele" und der hitzigen Atmosphäre (auch der kühlste Kellerraum heizt sich bei so vielen Menschen mit ihren Rechnern irgendwann auf) war von einer erhöhten Gewaltbereitschaft nichts zu bemerken, außer natürlich in den Spielen selbst, dort schenkte man sich nichts. Einen kleinen Zwischenfall gab es dann aber doch, ich bekam nämlich unverhofft bei Harry Potter einen leichten Spoiler ab. Neben mir hatte an dem Tag noch eine anderer Teilnehmer der LAN-Party den 7. Potter Band erhalten, aber im Gegensatz zu mir schon die ersten Kapitel gelesen. Ganz unvermittelt verkündete er in der Runde, dass schon gleich am Anfang *zensiert* und schon der Erste *zensiert*, aber zum Glück war der Spoiler nur sehr allgemein formuliert, sodass mir nicht all zu viel von der Spannung genommen wurde. Ich denke ich muss dieses Buch so schnell wie möglich auslesen, denn man kann ja nie wissen, ob sowas nicht noch mal passiert. Tags darauf habe ich gleich mal die ersten 200 Seiten gelesen und ich muss sagen die Geschichte wird jetzt richtig *zensiert*...
Ich hab in meinem Leben schon so manchen Ego-Shooter gezockt, aber Counter-Strike und Battlefield habe ich an diesem Abend zum ersten Mal richtig gespielt. Nun kann ich die Faszination an diesen Titeln nachvollziehen. Mit menschlichen Mitspielern ist die Erfahrung eine ganz andere, noch dazu wenn man mit diesen Menschen im selben Raum sitzt.
Der Abend verlief an sich ganz entspannt. Trotz der vielen "Killerspiele" und der hitzigen Atmosphäre (auch der kühlste Kellerraum heizt sich bei so vielen Menschen mit ihren Rechnern irgendwann auf) war von einer erhöhten Gewaltbereitschaft nichts zu bemerken, außer natürlich in den Spielen selbst, dort schenkte man sich nichts. Einen kleinen Zwischenfall gab es dann aber doch, ich bekam nämlich unverhofft bei Harry Potter einen leichten Spoiler ab. Neben mir hatte an dem Tag noch eine anderer Teilnehmer der LAN-Party den 7. Potter Band erhalten, aber im Gegensatz zu mir schon die ersten Kapitel gelesen. Ganz unvermittelt verkündete er in der Runde, dass schon gleich am Anfang *zensiert* und schon der Erste *zensiert*, aber zum Glück war der Spoiler nur sehr allgemein formuliert, sodass mir nicht all zu viel von der Spannung genommen wurde. Ich denke ich muss dieses Buch so schnell wie möglich auslesen, denn man kann ja nie wissen, ob sowas nicht noch mal passiert. Tags darauf habe ich gleich mal die ersten 200 Seiten gelesen und ich muss sagen die Geschichte wird jetzt richtig *zensiert*...
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Dienstag, Juni 12, 2007
Käserausch
Wenn man des Abends eine größere Menge üppig belegter Käsebrote verdrückt, weil man der Meinung ist, dieses eine Stück Käse läge nun schon lange genug im Kühlschrank rum und es wäre höchste Zeit, dass es seiner Bestimmung zugeführt wird, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man des Nachts aufwacht, weil es im Magen rumort. Sobald sich jedoch die Übelkeit gelegt hat und man wieder weiterschlafen kann, wird einem die zweifelhafte Ehre zuteil von einer Reihe bizarrer Träume heimgesucht zu werden. Mitunter entstehen da Träume von solch irritierender Abartigkeit, sodass es einem regelrecht peinlich ist darüber in der Öffentlichkeit reden.
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Freitag, Juni 08, 2007
Im Dunkeln
Die Kinovorstellung von "Zodiac" wird mir noch länger in Erinnerung bleiben, aber nicht wegen des Films. Es war so ungefähr kurz nach der Halbzeit, als wir alle im Saal plötzlich im Dunkeln saßen. Die Leinwand blieb finster und die Boxen machten keinen Mucks mehr. Zunächst dachte ich das gehört vielleicht zum Film, aber nachdem eine Minute Vergangen war und sich nichts rührte kamen mir erste Zweifel. Im den Sitzreihen regte sich leises Gemurmel. Die Leinwand blieb noch immer dunkel. Ein Zuschauer fasste sich schließlich ein Herz und tastete sich im fahlen Licht der Notausgangleuchten zur Tür um Hilfe zu holen. Kurz darauf erschien jemand vom Kino-Personal, machte sich wortlos an den Kontrollen neben der Tür zu schaffen und verschwand dann wieder. Ein anderer Mitarbeiter des Kinos, ich glaub es war der gleiche der mir an der Treppe die Karte entwertet hatte, schaute bei der Tür herein und stammelte was mit Entschuldigung und erwähnte technische Probleme. In den hinteren Reihen kündigte jemand in weniger freundlichen Worten an, dass er sein Geld zurück haben wolle. Der Kartenentwerter trat hastig den Rückzug an. Wir, das Publikum, saßen weiterhin im Dunkeln. Das leise Gemurmel hat sich inzwischen zu einem lauteren Getratsche entwickelt.
Von einem Moment auf den anderen erstrahlten plötzlich die vielen kleinen Lampen an der Raumdecke. Eine Frau betrat den nun in Licht getränkten Saal. Offenbar die Chefin vom Dienst. Zuletzt hatte ich sie hinter der Glasvitrine gesehen, bei der man sein Geld gegen Eintrittskarten tauschen konnte. Mit lauter Stimme erklärte sie dem geblendetem Publikum, dass die Filmrolle vom Projektor gesprungen sei und man nun noch einige Minuten bräuchte, um den Schaden zu beheben. Im gestrengen Tonfall fragte sie in die Runde, ob irgendjemand damit ein Problem hätte. Ich musste unwillkürlich an die James Bond Filme denken, wo der Oberbösewicht den teuflischen Plan zur Weltherrschaft seiner Investorengruppe unterbreitet und dann fragt ob jemand von den Anwesenden damit ein Problem hat. Meistens gibt es einen, der damit ein Problem hat und dieser wird sogleich nach seiner Wortmeldung von der sexy Assistentin des Oberbösewichts höflich aus dem Raum geleitet um danach von ihr aus dem fliegenden Flugzeug geschubst zu werden, ohne Fallschirm versteht sich. Im Publikum gab es übrigens niemanden, der mit der Verzögerung ein Problem hatte. Anscheinend hatten vielen die selbe Szene vor Augen wie ich.
Weiters verkündete die Dame, dass als Entschädigung jeder Anwesende sich mit seiner Kinokarte gratis Popcorn und ein Getränk an der Essensausgabe holen könne. Teile des Publikums verließen darauf hin den Saal um diese Entschädigung in Anspruch zu nehmen. Die Filmvorstellung wurde fortgesetzt. Ein Moment, den die Popcornholer verpassten. So 10 Minuten lang war die Welt in Ordnung, dann saßen wir wieder im Dunkeln. Es dauerte jedoch nur wenige Sekunden bis der Projektor wieder startete. Ein Vorgang, der sich während der restlichen Vorstellung über mehrmals wiederholte und jedes mal in Begleitung von lautstarkem Gefluche aus dem Publikum. Selbst ganz normale Schwarzblenden zwischen den Szenen im Film wurden schon mal vorsorglich mit Flüchen belegt. Rückblickend kann ich jedoch nicht leugnen, dass diese Störungen zusätzlich eine gewisse Spannung in die Filmvorstellung brachten.
Von einem Moment auf den anderen erstrahlten plötzlich die vielen kleinen Lampen an der Raumdecke. Eine Frau betrat den nun in Licht getränkten Saal. Offenbar die Chefin vom Dienst. Zuletzt hatte ich sie hinter der Glasvitrine gesehen, bei der man sein Geld gegen Eintrittskarten tauschen konnte. Mit lauter Stimme erklärte sie dem geblendetem Publikum, dass die Filmrolle vom Projektor gesprungen sei und man nun noch einige Minuten bräuchte, um den Schaden zu beheben. Im gestrengen Tonfall fragte sie in die Runde, ob irgendjemand damit ein Problem hätte. Ich musste unwillkürlich an die James Bond Filme denken, wo der Oberbösewicht den teuflischen Plan zur Weltherrschaft seiner Investorengruppe unterbreitet und dann fragt ob jemand von den Anwesenden damit ein Problem hat. Meistens gibt es einen, der damit ein Problem hat und dieser wird sogleich nach seiner Wortmeldung von der sexy Assistentin des Oberbösewichts höflich aus dem Raum geleitet um danach von ihr aus dem fliegenden Flugzeug geschubst zu werden, ohne Fallschirm versteht sich. Im Publikum gab es übrigens niemanden, der mit der Verzögerung ein Problem hatte. Anscheinend hatten vielen die selbe Szene vor Augen wie ich.
Weiters verkündete die Dame, dass als Entschädigung jeder Anwesende sich mit seiner Kinokarte gratis Popcorn und ein Getränk an der Essensausgabe holen könne. Teile des Publikums verließen darauf hin den Saal um diese Entschädigung in Anspruch zu nehmen. Die Filmvorstellung wurde fortgesetzt. Ein Moment, den die Popcornholer verpassten. So 10 Minuten lang war die Welt in Ordnung, dann saßen wir wieder im Dunkeln. Es dauerte jedoch nur wenige Sekunden bis der Projektor wieder startete. Ein Vorgang, der sich während der restlichen Vorstellung über mehrmals wiederholte und jedes mal in Begleitung von lautstarkem Gefluche aus dem Publikum. Selbst ganz normale Schwarzblenden zwischen den Szenen im Film wurden schon mal vorsorglich mit Flüchen belegt. Rückblickend kann ich jedoch nicht leugnen, dass diese Störungen zusätzlich eine gewisse Spannung in die Filmvorstellung brachten.
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Donnerstag, Mai 31, 2007
Blöder Tag
Wäre ich heute morgen doch am besten liegen geblieben. Zunächst spinnt ein Rechner im Büro rum und ich verbringe Teile des Vormittags mit der Problemsuche. Dann muss plötzlich kurzfristig ein Angebot bis zu Mittag überarbeitet werden. Kurz nach Mittag ruft ein Kunde an und fragt, wo ich den bleibe, schließlich hätten wir für heute die Einschulung von ein paar Leuten vereinbart. Ich darauf: Einschulung? Was für Einschulung? Ich weiß von nix und außerdem habe ich keine Zeit. Kurzfristig erklärt sich der Anrufer bereit die Schulung selbst zu übernehmen, ich muss jedoch die Website dafür vorbereiten. Also wird in aller Eile ein VPN-Dings aufgebaut, damit ich schnell am Server rumfuhrwerken kann. Indessen bekomme ich noch mehr Anrufe von anderen Leuten die was wissen wollen und zwei weiter schauen sogar persönlich beim Büro herein, einer davon mit einer Lieferung. Ich bin noch immer am hurtigen Aufbauen der Schulungsseite. Der Server gibt Fehlermeldungen zurück, ich krieg die Panik und muss außerdem noch dringend aufs Klo. Eilig wird hin und her telefoniert. Das Serverproblem ist gelöst und somit könnte ich mich entspannen, geht aber nicht weil ich noch immer aufs Klo muss. Das Klo ist nun aber besetzt. Ich hüpfe in der Zwischenzeit im Büro hin und her warte darauf das es wieder frei wird. Und nun muss ich mir irgendwas Essbares besorgen, bevor ich noch bewusstlos umfalle. So, und wie war euer Tag?
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Sonntag, Mai 06, 2007
Eine Begegnung im Wald
Die Begegnung mit dem Dachs erinnerte mich wieder an ein anderes Ereignis vor zwei Jahren. Ich war gerade mit dem Rad auf einem kleinen schmalen Forstweg mitten im tiefen Wald unterwegs, was eigentlich illegal war, da der Grundbesitzer keine Radfahrer auf seinem Besitz sehen will und ich daher dort im Grunde nichts zu suchen hatte. Damals redete ich mir jedoch ein, dass das alles eh nicht so genau genommen wird und überhaupt waren auf dem Weg auch andere Radfahrer unterwegs und hin und wieder fuhr mal ein wildfremdes Auto durch. Abgesehen davon hing auch nirgends eine Fahrverbotstafel, die einen auf das illegale Tun hinwies. Später erfuhr ich, dass deswegen nie eine Tafel zu sehen war, weil ein paar skrupellose Radfahrer sie regelmäßig abmontierten.Wie auch immer, ich war halt damals gerade dabei über den besagten Forstweg den Berg hinauf zu schnaufen. Schon ziemlich aus der Puste erreichte ich eine kleine Kuppe, von der aus der Weg ein kurzes Stück leicht abfällt um sich dann umso brutaler wieder den Berg hinauf zu schlängeln. Diese Stelle bot sich mir regelrecht an um mal stehen zu bleiben und nach Luft zu schnappen. Ein laues Lüftchen wehte vom Berg herab und versetzte die Äste der Bäume in leichte gleichmäßige Bewegungen. Der Wind strich mir sanft über das Gesicht und trocknete den Schweiß auf meiner Haut. Plötzlich vernahm ich ein Rascheln irgendwo vor mir am Rand des Weges. Das Rascheln war nur sehr leise aber trotzdem hob es sich deutlich von den Umgebungsgeräuchen ab. Ich erstarrte augenblicklich in meiner Bewegung, machte keinen Mucks mehr und lauschte angestrengt. Zirka 12 Meter vor mir bewegte sich etwas im Unterholz am Rand des Forstweges. Von einem Augenblick auf den anderen hüpfte ein großer brauner Hase zwischen den Büschen hervor.
Staunend beobachte ich, wie der Hase sich in die Mitte des Weges drapierte und den Boden um ihn herum abschnupperte. Danach machte er sich daran ohne ein Anzeichen von Eile an den Büschen und Kräutern am Rand des Weges zu schnüffeln. Hin und wieder pflückte er sich ein Blatt heraus, dass er dann genüsslich und in aller Ruhe vor sich hin knabberte. Der Hase schien sich unbeobachtet zu fühlen. Ich indessen überlegte fieberhaft, wie ich die Kamera aus dem Rucksack holen könnte ohne dabei einen Laut von mir zu geben. Wild lebende Hasen sind ja sehr scheue Tiere und es kommt selten vor, dass man als normalsterblicher Mensch einem solchen Tier so Nahe kommt wie ich in dem Moment. Der Hase hatte inzwischen seine Mahlzeit beendet und widmete sich nun der Fellpflege. Meine Muskeln fingen vom krampfhaften Stillhalten an zu schmerzen.
Der Hase beendete seine Fellpflege und hoppelte im gemütlichen Tempo den Forstweg entlang, direkt auf mich zu. Mit dem Vieh stimmt was nicht, dachte ich mir. Sieht und riecht er mich nicht? So stark wie ich in den Stunden zuvor transpiriert habe, müsste man mich schon mehrere hundert Meter gegen den Wind riechen können. Unwillkürlich musste ich an „Die Ritter der Kokosnuss“ denken, da gab es ja so ein Kaninchen, dass zunächst ganz harmlos vor ein Höhle saß, aber im nächsten Moment hatte es gestandenen Rittern den Kopf abgebissen. Erst eine heilige Handgranate konnte diesem blutrünstigem Vieh den Gar aus machen. War dieser Hase, der nun so mir nichts dir nichts auf mich zu hoppelt, in Wahrheit vielleicht auch ein gewaltbereites Mistvieh, dass mir gleich die Kehle aufreißen wird? Vielleicht hatte ihn der Grundbesitzer genau an diese Stelle gesetzt, damit er arglose Radfahrer anfällt, die illegalerweise auf seinem Forstweg unterwegs sind.
Keine 5 Meter vor mir blieb der Hase abrupt stehen und starrte mich an. Ich starrte zurück. Sekunden vergingen. Keiner von uns beiden rührte sich. Jeder schien darauf zu warten, dass der Andere etwas tut. Die Sekunden zogen sich dahin. Dem Hasen dauerte es dann wohl zu lange. Er zuckte kurz, drehte sich blitzschnell um und sauste hackenschlagend davon. Puh, zum Glück doch kein Killerhase. Ich entspannte mich wieder und beobachtete noch, wie sich die feine Staubwolke, die noch von seiner plötzlichen Flucht zeugte, langsam vom Wind davon getragen wurden. Schließlich setzte ich mich mit meinem Rad wieder in Bewegung. Zufälligerweise fuhr ich in die selbe Richtung, die auch der Hase für seine Flucht gewählt hatte. Ich fragte mich, ob ich den Hasen vielleicht noch einholen könnte, verwarf den Gedanken dann aber gleich, nachdem bei mir wieder das Schnaufen einsetzte.
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Mittwoch, Mai 02, 2007
Premiere
Wenn man umgeben von Wald irgendwo am Rande der Zivilisation wohnt, dann bekommt man im Laufe der Zeit allerhand Viechereien zu sehen. Zum Beispiel Rehe, Hirsche, Füchse, Eichhörnchen, Habichte, Eidechsen, Hasen, Wühlmäuse, Schlangen, Maulwürfe, Wiesel, Igel, Eulen, Spechte und überhaupt Vögel unterschiedlichster Bauart. Gestern Abend jedoch, während der Heimfahrt, bekam ich zum ersten Mal in meinem Leben einen echten lebenden Dachs zu Gesicht, und wäre ich nicht mit voller Kraft auf das Bremspedal gestiegen, dann hätte ich gestern zum ersten Mal auch einen überfahren.
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Montag, April 23, 2007
Ab in die Pampas
Gestern konnte ich mich heuer das erste Mal auf den Drahtesel setzen und in die weite Welt hinaus radeln. Ich hatte mich schon die ganze Woche darauf gefreut auf abgelegenen Wegen zwischen explodierenden Birken und blühenden Wiesen entlang zu fahren, um dann auf der einsamen Bergstraße durch den schattigen Forst zu gleiten. Mit der Einsamkeit war es jedoch nicht weit her. Einige Stadt- und Flachlandbewohner hatten an dem Tag ähnliche Pläne wie ich, nur donnerten die mit ihren Benzinkutschen durch die Pampas. Die Schotterstraße war ganz schön staubig und da die Autos nicht gerade mit Schritttempo durch Landschaft fahren, zogen sie eine ordentliche Dreckwolke hinter sich her. Für mich als Radfahrer war es äußerst unangenehmen, gerade eine Steigung hinauf zu schnaufen und währenddessen plötzlich von Milliarden von Staubpartikeln eingehüllt zu werden. An dem Tag war ich wahrscheinlich einer höheren Feinstaubbelastung ausgesetzt, als in den ganzen Wintermonaten davor. Aber was soll`s, was einen nicht umbringt, macht einen nur härter.
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Dienstag, April 17, 2007
Baustellenschepf
Samstag, knapp vor 7 Uhr, die Frau Mama stürmt in mein Schlafgemach und verkündet lautstark die Ankunft des Maurers. Ich, Sekunden vorher noch tief schlafend, schrecke hoch und vermute zunächst am träumen zu sein. Als mein Gehirn endlich aus dem Standby-Modus erwachte, kam der Moment der Erkenntnis. Zunächst aber mal ein kurzer Rückblick. Das Dach des familiären Hauses bestach in den letzten Jahren seiner 40jährigen Existenz vor allem durch seinen starken Moosbewuchs und dem gelegentlichen Lösen einzelner Dachschindeln. Es war Zeit für einen Wechsel. So kam es, dass vergangene Woche ein Dachdecker damit begann die alten Schindeln abzutragen, um Platz für ein neues modernes Hausdach zu machen.
Unglücklicherweise stellte sich während der Abtragearbeiten heraus, dass eine Reihe von Ziegeln in den oberen Reihen an den beiden gemauerten Kaminen damit begonnen hatten sich zu zerbrösseln. Ein Umstand, der in den kommenden Jahren zu einem Problem werden könnte, wie uns der Dachdecker versicherte. Er meinte auch, dass es klüger wäre diesen Schaden sofort zu beheben, da oben sowieso schon eine große Baustelle herrsche und ein solcher Vorgang später, wenn die Arbeiten am Dach schon beendet sind, wesentlich kostspieliger ist. Nun, dass die vergangenen Jahrzehnte nicht Spurlos an den Schornsteinen vorüber gegangen waren, war allen Beteiligten klar, aber das man sie sofort austauschen sollte, damit hatte niemand gerechnet, und schon gar nicht, dass es in so kurzer Zeit geschehen musste.
In einer Nacht und Nebel Aktion wurde Baumaterial organisiert. Ein guter Bekannter mit einschlägiger handwerklicher Erfahrung erklärte sich kurzfristig bereit, die Kamine am Samstag zu reparieren, damit die Dachdecker montags ihre Arbeit ungehindert fortsetzen konnten. Ich wurde spontan als Hilfskraft eingeteilt. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, denn eigentlich hatte ich mich an jenem Samstag auf einen ausgedehnte Radtour gefreut. Statt dessen sollte ich den Tag mit harter körperlicher Arbeit verbringen. So kam es, dass ich Samstag Morgens mit Worten „Aufstehen, der Maurer ist schon da“ unfreundlich aus dem Bett geholt wurde. 7 Uhr, niemand hat mich darauf vorbereitet, dass es schon so früh los gehen sollte. Ich hatte mit 9, ja frühesten 8 Uhr gerechnet, schließlich war ja Samstag. Inzwischen bereute ich es am Vortag nicht früher ins Bett gegangen zu sein.
Meine Aufgaben waren simpel, aber überaus anstrengend. Zunächst musste ich Ziegeln von der Palette durch das Haus über mehrere Stiegen und einer wackeligen Stehleiter auf das Dach befördern. Die meiste Zeit aber schleppte ich fertig abgemischten Mörtel oder Klebespachtel mit Hilfe von Eimern auf das Dach zum Maurer. Anfangs war ja noch alles im grünen Bereich, abgesehen von gelegentlichen Luft schnappen, konnte ich recht gut mithalten. Am Nachmittag zeigten sich jedoch schon die ersten Ermüdungserscheinungen. Meine Muskeln in den Armen und Beinen wollten nicht mehr so recht und die Gelenke machten sich schmerzhaft bemerkbar. Die Aufmerksamkeit ließ ebenfalls nach, was mir auch beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Ich war gerade dabei am Dachboden auf der Leiter stehend ein paar zusätzliche Ziegelsteine zum Maurer hinauf zu reichen als mich das Gleichgewicht verließ und ich samt Ziegelstein und Leiter auf die Seite kippte. Glücklicherweise stoppte ein Stapel Bodenisolierung in direkter Nähe meinen Sturz vorzeitig ab. Außer ein paar Abschürfungen blieb ich unverletzt. Wegen meiner akuten Höhenangst hatte ich die lange Leiter vor dem Haus für den Baumaterialtransport gemieden. Rückblickend betrachtet war das ein kluge Entscheidung, denn ein Sturz von dieser hätte mir sicher einen längeren Krankenhausaufenthalt eingebracht.
Knapp 12 Stunden hatten die Arbeiten am Kamin gedauert und ich weiß gar nicht mehr wie oft ich die Stiegen rauf und runter gelaufen bin. Es muss an die hunderte Male gewesen sein. So müde, wie an diesem Abend, war ich schon lange nicht mehr und vom abartig brutalen Muskelkater sollte ich auch noch einige Tage danach noch was haben.
Unglücklicherweise stellte sich während der Abtragearbeiten heraus, dass eine Reihe von Ziegeln in den oberen Reihen an den beiden gemauerten Kaminen damit begonnen hatten sich zu zerbrösseln. Ein Umstand, der in den kommenden Jahren zu einem Problem werden könnte, wie uns der Dachdecker versicherte. Er meinte auch, dass es klüger wäre diesen Schaden sofort zu beheben, da oben sowieso schon eine große Baustelle herrsche und ein solcher Vorgang später, wenn die Arbeiten am Dach schon beendet sind, wesentlich kostspieliger ist. Nun, dass die vergangenen Jahrzehnte nicht Spurlos an den Schornsteinen vorüber gegangen waren, war allen Beteiligten klar, aber das man sie sofort austauschen sollte, damit hatte niemand gerechnet, und schon gar nicht, dass es in so kurzer Zeit geschehen musste.
In einer Nacht und Nebel Aktion wurde Baumaterial organisiert. Ein guter Bekannter mit einschlägiger handwerklicher Erfahrung erklärte sich kurzfristig bereit, die Kamine am Samstag zu reparieren, damit die Dachdecker montags ihre Arbeit ungehindert fortsetzen konnten. Ich wurde spontan als Hilfskraft eingeteilt. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, denn eigentlich hatte ich mich an jenem Samstag auf einen ausgedehnte Radtour gefreut. Statt dessen sollte ich den Tag mit harter körperlicher Arbeit verbringen. So kam es, dass ich Samstag Morgens mit Worten „Aufstehen, der Maurer ist schon da“ unfreundlich aus dem Bett geholt wurde. 7 Uhr, niemand hat mich darauf vorbereitet, dass es schon so früh los gehen sollte. Ich hatte mit 9, ja frühesten 8 Uhr gerechnet, schließlich war ja Samstag. Inzwischen bereute ich es am Vortag nicht früher ins Bett gegangen zu sein.
Meine Aufgaben waren simpel, aber überaus anstrengend. Zunächst musste ich Ziegeln von der Palette durch das Haus über mehrere Stiegen und einer wackeligen Stehleiter auf das Dach befördern. Die meiste Zeit aber schleppte ich fertig abgemischten Mörtel oder Klebespachtel mit Hilfe von Eimern auf das Dach zum Maurer. Anfangs war ja noch alles im grünen Bereich, abgesehen von gelegentlichen Luft schnappen, konnte ich recht gut mithalten. Am Nachmittag zeigten sich jedoch schon die ersten Ermüdungserscheinungen. Meine Muskeln in den Armen und Beinen wollten nicht mehr so recht und die Gelenke machten sich schmerzhaft bemerkbar. Die Aufmerksamkeit ließ ebenfalls nach, was mir auch beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Ich war gerade dabei am Dachboden auf der Leiter stehend ein paar zusätzliche Ziegelsteine zum Maurer hinauf zu reichen als mich das Gleichgewicht verließ und ich samt Ziegelstein und Leiter auf die Seite kippte. Glücklicherweise stoppte ein Stapel Bodenisolierung in direkter Nähe meinen Sturz vorzeitig ab. Außer ein paar Abschürfungen blieb ich unverletzt. Wegen meiner akuten Höhenangst hatte ich die lange Leiter vor dem Haus für den Baumaterialtransport gemieden. Rückblickend betrachtet war das ein kluge Entscheidung, denn ein Sturz von dieser hätte mir sicher einen längeren Krankenhausaufenthalt eingebracht.
Knapp 12 Stunden hatten die Arbeiten am Kamin gedauert und ich weiß gar nicht mehr wie oft ich die Stiegen rauf und runter gelaufen bin. Es muss an die hunderte Male gewesen sein. So müde, wie an diesem Abend, war ich schon lange nicht mehr und vom abartig brutalen Muskelkater sollte ich auch noch einige Tage danach noch was haben.
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Sonntag, April 01, 2007
Steck im Dreck
Es gibt Momente im Leben, da sitzt man richtig fest und kommt nicht mehr weiter. Da muss man dann hart kämpfen und sich winden, um sich wieder zu befreien zu können, ansonsten ist man verloren. So geschehen heute mir. Nachdem das Verhältnis Dreck Wasser im hauseigenen Teich zugunsten des Drecks stand, war es erforderlich einen Bagger zu engagieren, der diesen Umstand änderte. Da ich mich gestern schon zwischen irgendwelchen Hausfrauen durch den Supermarkt rempeln musste und das Wochenende daher nun eh schon scheiße angefangen hatte, wurde ich heute auch noch dazu auserkoren am Abfluss des Teichs rum zu fummeln, damit der Gatsch das Rohr nicht verstopfen konnte. So stand ich nun in Gummistiefeln im schlammigen Wasser des ziemlich leeren Teichs und stocherte im Dreck.
Der Baggerfahrer arbeitete sich inzwischen mit seinem Gerät zu meiner Position durch. Ich bemerkte davon nichts, da meine volle Aufmerksamkeit dem Fummeln und Stochern am Abflussrohr galt. Der Bagger, wenig zimperlich, haute seine Schaufel gefühlte 2 cm neben mir in den Schlamm. Ich, wesentlich zimperlicher, bekam einen Schreck und wollte aus dem Weg springen, ging aber nicht, da der Gatsch mich äußerst gut im Griff hatte. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon die Schlagzeile: Bagger zermalmt Büroangestellten der gerade im Dreck steckte. Ein unschöner Tod. So wollte ich nicht abtreten. Viel schöner wäre es an Überfressung zu sterben, nachdem ich versehentlich nachts in einer Schokoladenfabrik eingeschlossen wurde, oder nach der heldenhaften Rettung einer Katze aus dem lichterloh brennendem Haus von der heran rasenden Feuerwehr überfahren zu werden. So sollen Tode ausschauen. Ein schöner Tod, den mein Brüderchen immer gerne erwähnt, wäre es auch mit 80 Jahren vom jungen eifersüchtigen Ehemann erschlagen zu werden, nachdem er einen beim heißen ungestümen Liebesspiel mit seiner 23jährigen Frau erwischt hat.
Wie auch immer, mir ist dann zum Glück doch nichts passiert, außer natürlich, dass ich von oben bis unten in Dreck paniert war und nun vom vielen Rumfummeln an der Innenseite es Daumens eine Blase habe.
Der Baggerfahrer arbeitete sich inzwischen mit seinem Gerät zu meiner Position durch. Ich bemerkte davon nichts, da meine volle Aufmerksamkeit dem Fummeln und Stochern am Abflussrohr galt. Der Bagger, wenig zimperlich, haute seine Schaufel gefühlte 2 cm neben mir in den Schlamm. Ich, wesentlich zimperlicher, bekam einen Schreck und wollte aus dem Weg springen, ging aber nicht, da der Gatsch mich äußerst gut im Griff hatte. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon die Schlagzeile: Bagger zermalmt Büroangestellten der gerade im Dreck steckte. Ein unschöner Tod. So wollte ich nicht abtreten. Viel schöner wäre es an Überfressung zu sterben, nachdem ich versehentlich nachts in einer Schokoladenfabrik eingeschlossen wurde, oder nach der heldenhaften Rettung einer Katze aus dem lichterloh brennendem Haus von der heran rasenden Feuerwehr überfahren zu werden. So sollen Tode ausschauen. Ein schöner Tod, den mein Brüderchen immer gerne erwähnt, wäre es auch mit 80 Jahren vom jungen eifersüchtigen Ehemann erschlagen zu werden, nachdem er einen beim heißen ungestümen Liebesspiel mit seiner 23jährigen Frau erwischt hat.
Wie auch immer, mir ist dann zum Glück doch nichts passiert, außer natürlich, dass ich von oben bis unten in Dreck paniert war und nun vom vielen Rumfummeln an der Innenseite es Daumens eine Blase habe.
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Montag, Februar 05, 2007
Oje, nix Hochprozentiges mehr
Verdammt, wie soll ich den restlichen Tag jetzt nur überstehen. Gerade musste ich schockiert feststellen, dass von der hochprozentigen Zartbitterschokolade nur noch ein kleines Stück übrig ist. Angesichts dieser Erkenntnis verspüre ich nun erste leichte Entzugserscheinungen. Eigentlich sollte es kein Problem sein vor die Türe zu gehen, um mich dann im nächsten Lebensmittelgeschäft meiner Schokoladensucht hinzugeben. Jedoch hindern mich abartige Muskelschmerzen daran das Haus zu verlassen. Dass ein paar Stunden Wii-Sports am Wochenende derartige Nachwirkungen zeigen, überrascht mich jetzt doch ein bisschen. Ich war eigentlich der Meinung gut genug durchtrainiert zu sein, als das mir so was etwas anhaben könnte. Naja, zumindest konnte ich meinen Schwager zweimal im Tennis schlagen. Diese Momente des Triumphs werden in Zukunft spärlicher gesät sein, wenn der Schwager seine Ankündigung jetzt auch eine Wii zu kaufen wahr macht.
Irgendwie ist der Tag heute ein bisschen Scheiße, aber warum sollte es auch anders sein, es ist schließlich Montag.
Irgendwie ist der Tag heute ein bisschen Scheiße, aber warum sollte es auch anders sein, es ist schließlich Montag.
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