Mittwoch, August 01, 2007

*Grunz*

Die erste Juliwoche in diesem Jahr war für mich persönlich ziemlich im Arsch. Ich hatte mir nämlich irgendwas Grippeähnliches eingefangen, so mit Fieber, Halsweh und ständigem Gerotze. Also insgesamt eine ungute Situation. Zu meinem Unglück war an jenen Tagen das Wetter ausgezeichnet und nahezu perfekt geeignet für Bergwanderungen. Die vorhergegangene Regenperiode hatte für eine glasklare Luft gesorgt und die Weitsicht von den Berggipfeln aus musste schlichtweg atemberaubend gewesen sein. Ich wäre liebend gerne mit Rucksack und Kamera über die blühenden Almwiesen gesprungen, aber leider musste ich das Bett hüten.

Salbeitee trinkend rotzte ich Taschentücher voll und guckte dem Wetter vom Fenster aus beim schön sein zu. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll, ich musste raus. Wenn mein gesundheitlicher Zustand schon keine Bergwanderung zuließ, dann sollte doch zumindest ein kleiner Spaziergang im nahe gelegenem Wald drin sein. Und so geschah es. Zugedröhnt mit Halsweh-Tabletten und abgefüllt mit Salbeitee schlurfte ich am Waldrand entlang. Rund um mich pulsierte das Leben. Leise raschelte der Wind durch das Laub. Zwischen saftigen Grashalmen reckten sich Wildblumen der Sonne entgegen und mitten durch diese Szenerie schwirrten ganz geschäftig diverse Insekten unterschiedlichster Bauart.

Meine kleine Tour führte mich zu einer Weggabelung, die an beiden Seiten von dichten Büschen und hohem Gras umwuchert war. In meinen Tagträumen versunken wollte ich gerade auf dem linken der beiden Wege weiterschlendern, als ein seltsames Geräusch an mein Ohr drang. Ich hielt an und lauschte, aber außer dem üblichen Wald- und Wiesengeräuschen war nichts ungewöhnliches zu hören. Das hast du dir wohl nur eingebildet, dachte ich mir und wollte weitergehen, aber dann hörte ich wieder dieses seltsame Geräusch, diesmal deutlicher. Es hörte sich so ähnlich an als ob sich jemand oder etwas zunächst lautstark räuspert, danach dann irgendwas rauskotzt und dabei zwischendurch versucht zu grunzen. Ich konnte mich nicht erinnern sowas schon mal gehört zu haben. Nach einer kurzen Pause ertönte das Geräusch in abgewandelter Form noch mal, dann war es wieder ruhig.

Neugierig versuchte ich den Ursprung der Laute zu orten. Ich blickte mich um. Es war nichts zu sehen. Langsam ging ich in die Richtung aus der das Geräusch zu hören war. Es ertönte noch mal. Diesmal hatte sich noch ein Schmatzen dazu gesellt. Der Verursacher musste sich in meiner unmittelbaren Nähe irgendwo vor mir befinden. Vielleicht in den Büschen. Angestrengt starrte ich ins wild wuchernde Grün. Erkennen konnte ich nichts. Inzwischen machte sich meine Fantasie selbstständig und in meinem Kopf formte sich das Bild eines großen blutrünstigen Ebers, der hinter den Büschen gerade einen frisch erlegten Schwammerlsucher vernascht, sich aber jedoch unglücklicherweise am linken Schuh seiner Beute verschluckt hat und sich nun bemüht diesen wieder hoch zu würgen. Ich versuchte dieses gruselige Bild aus meinem Kopf zu schütteln, als plötzlich das Geräusch nochmals erklang. Diesmal ganz laut und ganz nah direkt hinter mir. Erschrocken fuhr ich herum.

Da stand sie dann, die Ursache für das Geräusch, es war kein blutrünstiger Eber, sondern ein kleiner Igel. Er hatte sich mitten auf den Weg drapiert und starrte mich nun mit seinen dunklen Knopfaugen an. Ich meinte Ärger und Verachtung darin wahrnehmen zu können. Als ob er jetzt beleidigt auf mich wäre, weil ich ihn erst so spät bemerkt habe. Er gab einen kurzen Grunzer mit nachfolgendem Geschmatze von sich, so quasi als Beweis dafür, das er es war, der die ganze Zeit über diese mysteriösen Laute von sich gegeben hatte. Anscheinend blieb mein zweifelnder Blick nicht unbemerkt. Schließlich setzte sich der Igel wieder in Bewegung und trottete im gemütlichen Tempo zum nächstgelegenem Busch und verschwand darunter.

Montag, Juli 30, 2007

Mein Senf in Kurzform

Trotz des vorrangigen Buchlesens habe ich mir in der vergangenen Woche zwei Filme im Lichtspielhaus meines Vertrauens angeschaut. Hier nun mein Senf zu diesen Filmen in Kurzform:

Death Proof

Der neuester Film von Quentin Tarantino soll eine Hommage an die billigen Action-Horror-Filme aus den 70er des vorigen Jahrhunderts sein. Ob das gelungen ist kann ich nicht beurteilen, da ich solche Filme aus den 70er nicht kenne. Aber ich kann sagen, dass "Death Proof" ein ganz großartiger Film ist, der sich mit seiner schmutzigen Optik und der simplen aber ungewöhnlichen Handlung vom restlichen Filmangebot abhebt. "Death Proof " wird zwar von Szenen mit hübschen Mädels, die mit einer gar nicht damenhaften Wortwahl über alles möglich tratschen, dominiert, jedoch wenn es mal actionmäßig zur Sache geht, dann aber richtig. Eine solch unterhaltsame wie auch rasante Autoverfolgungsjagd habe ich schon lange nicht mehr in einem Film gesehen. Von mir kriegt "Death Proof" 9 von 10 Punkten.

The Simpsons Movie

Ein witziger Film mit vielen großen und kleinen Gags die vor allem in der ersten Hälfte des Films abgefeuert werden. Die Handlung ist simpel gehalten und im Grunde nur der Aufhänger für noch mehr Gags. Man kann eigentlich sagen, dass der Simpsons Film wie eine Folge aus der Serie aufgebaut ist, nur dass sie halt um 60 Minuten länger ist. Fans der gelben Familie können also mit dem Kauf der Kinokarte nichts falsch machen. Ich habe mich beim Simpsons-Kinofilm köstlich amüsiert und einige Male herzhaft gelacht, nur zum Ende hin werden die Witze leider etwas spärlicher. Von mir kriegt der Film 8 von 10 Punkten.
Wer schon immer wissen wollte wie die Hymne von Springfield klingt und welche Aufgaben eine Produktionsassistent bei einem Film so hat, der sollte auf jeden Fall beim Abspann im Kinosaal sitzen bleiben.

Beowulf

Vor Jahren habe ich im Nachtprogramm des Fernsehens mal eine Verfilmung des alten epischen Gedichts von Beowulf gesehen. Das war eine furchtbare Erfahrung, also der Film, nicht das Gedicht. Wenn ich mich richtig erinnere, dann hat Christopher Lambert die Hauptrolle gespielt. Ich habe mir dieses Machwerk glaub ich gar nicht mal zur gänze angesehen. Nun steht eine weitere Verfilmung des Stoffes ins Haus. Der Herr Robert Zemeckis, welcher die Welt mit Filmen wie "Contact", "Cast Away" und "Back to the Future" beglückt hat, hat sich dem Beowulf-Gedicht angenommen. In der Besetzungsliste finden sich so bekannte Namen wie John Malkovich, Anthony Hopkins und Angelina Jolie.


Das Besondere an Herrn Zemeckis Werk ist jedoch, dass sein Beowulf-Film komplett computeranimiert ist und die digitalen Protagonisten optisch den Schauspielern nachempfunden wurden, von denen sie sich die Stimme geliehen haben. Ich bin nun neugierig auf den fertigen Film und wie gut sie die Mimik der Figuren hinbekommen haben, denn das war meiner Meinung nach bis jetzt immer jener Bereich, bei dem die digitalen Charaktere den realen Schauspielern nicht das Wasser reichen konnten. Von der optischen Präsentation her sieht Herrn Zemeckis Beowulf schon mal recht vielversprechend aus.

Da geht es zum Trailer.

Sonntag, Juli 29, 2007

Schluß, Aus, Ende

So, das Internet hat mich wieder (ob es will oder nicht). Die letzte Woche beinahe jede frei Minute mit dem Lesen vom 7. Potter Band verbracht. Andere Freizeitaktivitäten wurden hinten angereiht. Nun bin ich durch und glücklich darüber, dass die Geschichte eine Ende hat. Das Buch hat mir viel Freude bereitet und es war spannend zu lesen, obwohl ich durch meine nicht ganz so perfekten Englisch-Kenntnisse hin und wieder ein Wörterbuch konsultieren musste. Nicht nur einmal krallte ich mich während der Lektüre in die Armlehnen des Polstersessels und überflog völlig gebannt die Zeilen. Auch fühlte ich mich genötigt bei der einen oder anderen Stelle eine kleine Träne zu verdrücken. Nur beim Finale hat die Frau Rowling für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen, aber egal, das Buch ist trotzdem ganz großartig.

Montag, Juli 23, 2007

Rudelspielen

Am vergangenen Wochenende konnte ich das erste Mal selbst die Erfahrung machen, wieso Counter-Strike und Battlefield zusammen mit anderen so viel Spaß macht. Ein Bekannter hat nämlich eine LAN-Party im kleinen Rahmen veranstaltet und meinte, ich sollte da auch mal vorbeischauen. Also habe ich meinen Rechner zusammen gepackt und bin dorthin gefahren. Veranstaltet wurde das Spektakel in einem Kellerraum eines Einfamilienhauses irgendwo am Land. 11 Leute versammelten sich mit ihren Computern nachmittags um 15 Uhr und spielten bis in die Morgenstunden. Zunächst Counter-Strike, dann eine Runde Serios Sam, zwischendrin mal eine bisschen Quake 3, danach Battlefield 1942 und zum Abschluss noch mal Counter-Strike. Diese Spiele sind zwar nicht mehr die jüngsten, aber sie machen trotzdem noch Spass. Außerdem gab es unter den Anwesenden Leute mit nicht mehr ganz so leistungsstarken Rechnern.

Ich hab in meinem Leben schon so manchen Ego-Shooter gezockt, aber Counter-Strike und Battlefield habe ich an diesem Abend zum ersten Mal richtig gespielt. Nun kann ich die Faszination an diesen Titeln nachvollziehen. Mit menschlichen Mitspielern ist die Erfahrung eine ganz andere, noch dazu wenn man mit diesen Menschen im selben Raum sitzt.

Der Abend verlief an sich ganz entspannt. Trotz der vielen "Killerspiele" und der hitzigen Atmosphäre (auch der kühlste Kellerraum heizt sich bei so vielen Menschen mit ihren Rechnern irgendwann auf) war von einer erhöhten Gewaltbereitschaft nichts zu bemerken, außer natürlich in den Spielen selbst, dort schenkte man sich nichts. Einen kleinen Zwischenfall gab es dann aber doch, ich bekam nämlich unverhofft bei Harry Potter einen leichten Spoiler ab. Neben mir hatte an dem Tag noch eine anderer Teilnehmer der LAN-Party den 7. Potter Band erhalten, aber im Gegensatz zu mir schon die ersten Kapitel gelesen. Ganz unvermittelt verkündete er in der Runde, dass schon gleich am Anfang *zensiert* und schon der Erste *zensiert*, aber zum Glück war der Spoiler nur sehr allgemein formuliert, sodass mir nicht all zu viel von der Spannung genommen wurde. Ich denke ich muss dieses Buch so schnell wie möglich auslesen, denn man kann ja nie wissen, ob sowas nicht noch mal passiert. Tags darauf habe ich gleich mal die ersten 200 Seiten gelesen und ich muss sagen die Geschichte wird jetzt richtig *zensiert*...

Samstag, Juli 21, 2007

Morgendliche Lyrik

Es war gerade 7 Uhr morgens,
ich schlummerte noch in meinem Bettchen,
da kam spontan der Postbote
und brachte ein kleines Päckchen.

Das Päckchen kam von Amazon,
sie haben es zu mir gesandt.
Ich wartete schon lang darauf,
es war der siebente Potter Band.

Mittwoch, Juli 18, 2007

Die Hitze und ihre Auswirkungen

An so heißen Tagen wie heute ist es durchaus von Vorteil, wenn sich der Arbeitsplatz an der Nordseite eines alten Gemäuers befindet. Während der Rest der Welt draußen vor der Türe sich einen runter schwitzt, sitze ich hier im kühlen. Bei der Hitze bin ich zur Abwechslung mal froh darüber, dass ich nicht raus in die Sonne gehen darf, sondern im Büro sitzen muss.

Meine Arbeitsmoral befindet sich im Gegensatz zur Außentemperatur aber auf einem Tiefpunkt und so surfe ich nun mehr oder weniger lustlos auf Amazon und Ebay rum um mal zu sehen was es so neues im Sortiment gibt. Das ist ein fataler Fehler, wie ich nun bemerke, denn meine Hemmung zum Geld ausgeben scheint ebenfalls auf einem Tiefpunkt zu sein. Ich habe mich gerade dabei erwischt, wie ich mir die Spiele "The Darkness", "Overlord", "Anno 1701" (DS-Version) und "Mercury Meltdown Revolution" kaufen wollte. Als ob ich in den nächsten Wochen Unmengen an Zeit zum spielen hätte. Zum Glück kam ich noch zur Besinnung bevor ich auf die Käufe abschließen konnte. Nur für "Resident Evil 4" war es schon zu spät, das befindet sich nun in meinem Besitz.

Montag, Juli 16, 2007

Mister Potter übernehmen Sie

Mit „Harry Potter And The Order Of The Phoenix“ ist nun auch der fünfte Band der überaus erfolgreichen Buchreihe verfilmt worden. Ich halte mich jetzt nicht groß damit auf irgendwie die Handlung kurz zusammen zu fassen, den entweder man weiß wer Harry Potter ist und um was es geht, oder nicht. Die wichtigste Frage lautet wohl: Ist die Verfilmung des fünften Bandes gelungen? Und meine klare Antwort darauf lautet: Ähm... nun ja... äh... ich fürchte, das muss ich wohl verneinen. Ich befinde mich in einer Zwickmühle, zum einen gab es ein paar tolle Szenen im Film und zum anderen war er auch eine Enttäuschung.

Fangen mit mit dem Positiven an. Ich fand es befriedigend zu sehen, dass auch beim fünften Film wieder auch die kleinen Nebenrollen mit den gleichen Schauspielern besetzt wurden, wie beim ersten Mal. Ausstattung und visuelle Effekte sind natürlich vom feinsten, aber bei dem Produktionsbudget erwarte ich mir eigentlich auch nichts anderes. Die Actionsequenzen sind rasant inszeniert und auch ansonsten ist „Harry Potter And The Order Of The Phoenix“ handwerklich gut gemacht. Handlungsmäßig wurden die wichtigsten Elemente aus dem Buch berücksichtigt.

Und damit wären wir auch schon beim Haken an der Sache, es sind wirklich nur die wichtigsten Elemente. Im Eiltempo werden die Highlights aus der Romanvorlage abgearbeitet, auf der Strecke bleiben dabei Charakterentwicklung und Tiefgang. 30 Minuten mehr Laufzeit hätten dem Film sicher gut getan. Man hätte sie dazu nutzen können, näher auf das Gefühlsleben des Hauptcharakters einzugehen und vor allem hätte man damit auch einige der gröberen Löcher in der Handlung stopfen können. Ich frage mich, ob die Zuschauer, die das Buch nicht gelesen haben, bei der gehetzten Geschichte überhaupt noch die Lust verspüren ihr zu folgen. Für den Teil der Bevölkerung, welcher das Buch gelesen hat, ist das nur halb so schlimm, da sie die ganzen Hintergründe kennen. „Harry Potter And The Order Of The Phoenix“ ist somit eigentlich nur eine Visualisierung der Höhepunkte des Buches. Mir scheint, der Drehbuchautor hatte angesichts der vielen Seiten der Romanvorlage kapituliert und beschränkte sich nur noch darauf das Wichtigste so halbwegs sinnvoll zusammen zu fassen.

Natürlich ist mir klar, das es sehr schwierig ist ein so dickes Buch zu einem Spielfilm mit erträglicher Laufzeit zu komprimieren, trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass der fünfte Teil der Potter-Saga besser geworden wäre, wenn man ihm mehr Zeit gegeben hätte. Irgendwie schade drum. Von mir kriegt „Harry Potter And The Order Of The Phoenix“ deswegen nur 6 von 10 Punkten.

Meine Begeisterung für die Bücher ist aber noch immer ungebrochen. In wenigen Tagen erscheint der siebente und damit letzte Harry Potter Band. Ich bin schon ganz gespannt wie die Geschichte zu Ende gehen wird.
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