Dienstag, September 12, 2006

Life is a highway!

Am Wochenende habe ich mir „Cars“ von Pixar im Kino angesehen. Es geht dabei um einen berühmten selbstverliebten Rennsportler, der durch einen Unfall in einem gottverlassenem Kaff im Nirgendwo strandet. Während seiner Zeit dort wandelt sich sein Charakter und er begreift was wirklich wichtig ist im Leben, nämlich Familie, Freunde, Loyalität und Bescheidenheit. So weit, so kitschig. Wer den Film „Doc Hollywood“ gesehen hat, dem wird die Geschichte bekannt vorkommen.

Das ist aber ziemlich Wurscht, den Pixar Filme haben sich nie durch eine besonders originelle Geschichte ausgezeichnet. Die Stärken der Filme finden sich eigentlich in den liebevollen Charakteren, den originellen Setting, den witzigen Gags und in den vielen vielen vielen kleinen Details. Auch „Cars“ ist hier keine Ausnahme. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass alle Darsteller im Film Autos sind? Nein? Ok, dann habe ich es ja jetzt. Aus diesem Umstand ergibt sich eine Reihe von lustigen Szenen, in denen man sieht wie die Autos so ihr Alltagsleben bewältigen. Die Käfer haben mir besonders gefallen. Im Film finden sich auch kleine humoristische Anspielungen auf aktuelle Zeitgenossen und momentane Trends, ich sage dazu nur „pimp my ride“. Erwähnenswert ist auch noch der Soundtrack. Hier verwendet Pixar zum ersten Mal Pop-Rock Musik und mir hat die Titelauswahl recht gut gefallen.

Ich hab auch was zu kritisieren. Rennsport-Prominenz als Sprecher zu nehmen, bloß weil sie bekannt sind, aber eigentlich kein Talent zum Schauspielern haben, ist eine blöde Idee. Für Nebenrollen hat man Niki Lauda und Heinz Prüller engagiert. Beide haben einen gewissen Unterhaltungswert, wenn es um das Kommentieren von Formel 1 Rennen geht, aber als Sprecher von Filmcharakteren sind sie nur bedingt geeignet, da sie ihren Text nicht spielen sondern nur vorlesen. Man kann die Namen zwar gut im Marketing verwursten, aber für den Film wären richtig Schauspieler besser gewesen.

Wie auch immer, abgesehen vom Ende, wo es mir doch ein bisschen zu kitschig geworden ist, habe ich mich bei „Cars“ prächtig unterhalten. Eine tolle Komödie für die ganze Familie, darum auf meiner persönlichen Wertungsskala 8 von 10 Punkten.

Montag, September 11, 2006

Da werden Sie gefunden!

Heute ist bei uns im Büro ein kleines Schreiben eingetroffen. Darin wird man aufgefordert seine Daten in ein zum Teil vorausgefüllten Formular einzutragen. Dieses sollte man dann per Fax oder Post zurückschicken. Wenn man das tut wird man auf www.internet-register-oesterreich.com eingetragen und kann nun von dort aus gefunden werden. Ich hab das Schreiben mal eingescannt. Der Chef hat es ganz spontan nach dem Lesen zusammengeknüllt, daher sieht es etwas zernudelt aus.

Im letzten Absatz erwähnt man so nebenbei noch, dass die Eintragung für die nächsten drei Jahre gilt und man pro Jahr 958 Euro zahlen soll. In Worten neunhundertachtundfünfzig Euro für einen dämlichen Eintrag auf irgendeiner dahergelaufenen Homepage mit einer elendslangen URL. Geht’s noch?

Im Laufe des Tages riefen bei uns im Büro ein paar Leute an, die auch einen solchen Brief erhalten haben, und fragten, ob sie das Formular zurück schicken sollten. Wir haben darauf hin geraten aus dem Zettel einen Papierflieger zu bauen oder damit ein hübsches Lagerfeuer anzuzünden, aber auf keinen Fall ausgefüllt zurück zuschicken. Den kleinen unauffälligen Kostenbeitrag von 958 Euro bemerkten die meisten erst, als wir sie darauf hinwiesen. Ich frage mich wie viel Leute auf den Scheiß reingefallen sind.

Heute vor 5 Jahren

Im Radio fragt man gerade Leute, was sie heute vor 5 Jahren gemacht haben, als das passierte was damals passiert ist. Ich habe auch mal darüber gegrübelt und weiß es eigentlich noch recht genau. Ich saß mit zwei Kollegen im Büro als wir im Radio so nebenher hörten, dass ein Flugzeug in das World Trade Center gestürzt ist. Wir vermuteten dass es sich um eine kleine Sportmaschine handelte und witzelten noch über die Unfähigkeit des Piloten. Ich wollte wissen ob es davon Bilder gab und stöberte so im Internet rum. Das erwies sich als mühselig da die verschiedenen Nachrichtenseiten ziemlich zäh liefen. Vermutlich wegen dem Besucheransturm, aber ich schob die Schuld auf unseren Internetzugang. Schließlich wurde endlich eine Seite geladen und mir wurde offenbart was sich wirklich in New York abspielte. Laut sagte ich im Büro, dass ein Verkehrsflugzeug in einen der Türme gekracht ist und dieser jetzt brennt. Meine beiden Kollegen lugten über die Trennwände und blickten mich etwas irritiert an. Kurz darauf kam die Meldung im Radio. Wir legten eine Pause ein, setzten uns in die Kaffeeküche und redeten. Nebenher verfolgen wir den Verlauf der Ereignisse im Radio und im Internet. An diesem Nachmittag war an konzentriertes Arbeiten nicht mehr zu denken.

Freitag, September 08, 2006

Starmania Casting der bekifften Art

Eigentlich sollte ich was arbeiten, aber Schwachsinn auf YouTube angucken macht momentan mehr Spass. Hier ein schönes Beispiel dafür, warum man es mit dem kiffen vor einem Casting nicht übertreiben sollte:

Das stammt im übrigen aus der ersten Castingrunde der dritten Starmania Auflage hier in Österreich.

Donnerstag, September 07, 2006

Der Zahn der Zeit

Ein gewisser Herr Noah hat seit über 6 Jahren jeden Tag ein Bild von sich gemacht und daraus einen Film gebastelt.

Sieht irgendwie recht spannend aus und erinnert mich wieder an die Fotoserie der Familie Goldberg aus Buenos Aires. Die haben 1976 damit angefangen jedes Jahr von jedem Familienmitglied ein Portraitfoto zu machen. Das Ergebnis schaut ebenfalls spannend aus, aber irgendwie auch gruselig, weil man schön sehen kann wie der Lauf der Zeit an einem Menschen knabbert.

Dienstag, September 05, 2006

Das Mädchen, welches im Pool planschte

Hab momentan nicht viel Zeit, daher mein Senf zu „Das Mädchen aus dem Wasser“ in abgespeckter Form.

Ein herziger Film, mit schönen Bildern und ein paar Shyamalan typischen Schockmomenten. Viel geschmunzelt habe ich über die schrullig liebenswürdigen Charaktere, welche den Wohnblock bevölkern. Die Geschichte wird recht märchenhaft erzählt, was bedeutet, dass die Handlung linear abläuft und Logik nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wirklich Spannung kam nur selten auf, da die Ereignisse leider vorhersehbar waren. Würde es nicht die herzigen Mieter geben, dann wäre der Film die meiste Zeit über ziemlich fad. Auf meiner persönlichen Wertungsskala ergibt das 6 von 10 Punkten.

Samstag, September 02, 2006

Noch was,...

...ich wollte ja unlängst hier mal Danke sagen.

(ursprünglich gefunden bei Spreeblick)

Reisebericht Teil 4

Die zweite Nacht war wesentlich erholsamer. Diesmal störte mich der Straßenlärm nicht mehr bei meiner Nachtruhe. Am Frühstücksbuffet hielt ich mich auch zurück und aß nun langsam und gezielt durch das Speiseangebot.

Am Vormittag sollte mal zur Abwechslung der Körper ein bisschen in Bewegung gebracht werden, und da Stiegen steigen ja gesund sein soll, kletterten wir auf den Stadtturm. Über enge Wendeltreppen und steilen Holzstufen ging es rauf in luftige Höhe. Schnaufend und verschwitzt oben angekommen wird man jedoch von einer wundervollen Aussicht für die Strapazen belohnt.

„Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist schön!“ dachten wir uns und machten einen Ausflug mit der Schmalspurbahn, die von Hradec aus in den Süden bis an die österreichische Grenze führt. Im Reiseführer stand was davon, dass der Zug durch ein Naturschutzgebiet fährt und einem eine schöne und abwechslungsreiche Landschaft geboten wird. Wir waren eine halbe Stunde zu früh am Bahnhof, aber das machte nichts, wir hatten ja Zeit. So saßen wir nun auf der Bank am Bahnsteig und beobachteten die anderen Fahrgäste die nach und nach eintrafen. Etwas weiter hinten gegenüber unserem Sitzplatz befand sich eine alte Zuggarnitur. Heruntergekommen, dreckig und rostig stand sie da, vermutlich schon seit Jahren, wartend auf die Restaurierung oder Verschrottung. Wir machten gerade ein paar Witzchen über die alte UdSSR und die tschechischen Staatsbahnen, als zwei junge Typen in legerer Kleidung auftauchten. Etwas ungläubig registrierten wir, wie sie sich an dem rostigen Zug zu schaffen machten, die Türen aufsperrten und Schildchen mit dem Fahrtziel anbrachten. In dem Rostding sollten wir mitfahren? Nein, das kann nicht sein. Aus der Befürchtung wurde Gewissheit, als die Anderen am Bahnsteig anfingen in die Waggons zu steigen.

Die Fahrt mit dem Rumpelzug (ich nenne ihn jetzt so, weil ich finde, dass dieser Name das Fahrgefühl am Besten beschreibt) war Landschaftlich weniger spannend als es der Reiseführer suggerierte. Es gab zwar hier und da ein paar Felder und Teiche zu sehen, aber das vorherrschende Landschaftsbild war Wald. Der Autor des Reiseführers hatte anscheinend ein Faible für Bäume. Der Zielbahnhof war auch weniger prickelnd, da er am Rande einer Plattenbausiedlung lag und der nächste Ort einige Minuten Fußmarsch weit weg war. Wir entschieden uns, dass Mittagessen ausfallen zu lassen und mit dem Zug gleich wieder zurück nach Hradec zu rumpeln.

Wieder in Hradec besuchten wir ein kleines aber feines Restaurant, welches wir in einer Seitengasse nicht unweit des Hauptplatzes fanden. Der gebratene Rehrücken in Lebkuchensauce mit Kroketten und Krautsalat schmeckte vorzüglich. Das Ambiente war sehr stimmungsvoll und angenehm, nur die Stühle neigten leicht zur Instabilität, wie ein Mitreisender leidvoll erfahren musste, als er sich nach seinem Rucksack hinter sich streckte und darauf hin nach einem hässlichen Krachen unverhofft am Boden saß. Dem Kellner war der Vorfall sichtlich peinlich. Böse Zungen könnten jetzt natürlich behaupten, dass der zur Entschädigung für den Stuhlbruch servierte Nachtisch in diesem Fall eher kontraproduktiv war. Zur Verdauung spazierten wir noch eine Weile durch die von der untergehenden Sonne in warmes Licht getauchten Seitengassen von Hradec.

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